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«Die richtigen Strukturen schaffen»

winterthur. Am Wochenende spielen die Winterthurer Basketballer das Final-Four-Turnier der 1. Liga. Daniel Rasljic, Trainer des Männer- und Frauenteams, zur sportlichen Entwicklung.

Daniel Rasljic, sowohl die Männer als auch die Frauen des Basketballclubs Winterthur sind in die NLB aufgestiegen. Das Saisonziel ist erreicht …

Die Teams sind noch nicht aufgestiegen! Die Männer spielen ja noch das Final Four. In der Regel werden alle Teilnehmer angefragt, ob sie aufsteigen wollen. Wie viele Teams aber tatsächlich aufsteigen, hängt davon ab, wie viele Teams die Liga in der NLB haben will. Offiziell steigt nur der Final-Four-Gewinner auf. Bei den Damen gehe ich davon aus, dass die Liga zehn Teams im Westen haben will und auch Interesse hat an zehn Teams im Osten. Somit würde sie wohl alle vier Pro-Basket-Teams aufsteigen lassen. Der Regionalverband müsste aber noch einwilligen.

Ist die Spitzenklassierung der Männer eine Überraschung aufgrund der sportlichen Entwicklung in dieser Saison?

Nein. Wir waren schon stark, bevor im November Tobias Giacometti und im Januar Perry Patterson dazukamen. Sie bringen uns offensiv und defensiv auf ihren Positionen extrem viel Power. In der Verteidigung sind wir aber konzeptionell nicht mehr so stark wie im Oktober oder November, als wir extrem gute Defensivleistungen zeigten.

An den Resultaten hat sich jedoch nichts verändert im neuen Jahr …

Nein. Patterson hat eine hohe Anzahl an Rebounds, und Giacometti blockt hinten Würfe. Aber vorher verteidigten wir als Team mit weniger Talent gleich gut. Also müssen wir uns noch besser abstimmen.

Wird Winterthur 1.-Liga-Meister?

Bisher waren wir das souveränste Team der Liga. Wir haben im Playoff-Viertelfinale gegen Cossonay zwei Kantersiege erzielt und im Halbfinal mit Chêne die vermeintlich schwächste Mannschaft als Gegner. Aber im Final Four kann alles passieren. Sollten wir den Final erreichen, treffen wir auf ein Team, das gleichauf ist mit uns. Martigny hat mit dem gleichen Kader in der Nationalliga B vorne mitgespielt, ist dann aber freiwillig in die 1. Liga abgestiegen. Gegen Birsfelden müssen wir uns überlegen, wie wir einen Mann stoppen, der 47 Punkte in einem Spiel werfen kann.

Und wie stark ist Winterthur? Könnte das Team in der NLB mithalten?

Ich glaube, unser Team wäre im Mittelfeld klassiert.

Bisher lief alles nach Plan seit Ihrem Amtsantritt in Winterthur 2009 …

Wir sind sogar ein Jahr früher dran. Aber wir haben noch nicht Strukturen, die so sind, dass wir sagen könnten: Wir sind abgesichert und können risikolos den nächsten Schritt gehen. Das betrifft die Finanzen, aber auch andere Dinge. Es lastet zu viel auf mir und Sam Frey (Nachwuchsverantwortlicher, Anm. der Red.). Wir sind noch nicht so weit, dass wir blind Aufgaben verteilen und sicher sein können, dass die dann erledigt werden.

Die Frauen sind in der Meisterschaft nicht derart überlegen wie die Männer. Wie beurteilen Sie da die sportliche Entwicklung?

Von den Spielerinnen hat Dalila Cerfeda den grössten Sprung gemacht. Das Gefälle in der Mannschaft ist nicht mehr ganz so gross. Aber wir haben wenig Spielerinnen. Für uns wäre es wichtig, in der NLB zu sein. Dort gibt es keinen Absteiger, wir könnten etwas aufbauen. Ich fände es nicht so schlimm, wenn wir ein, zwei Jahre unten durch müssten.

Für einen Aufbau braucht es Spielerinnen. Haben Sie Juniorinnen dazu?

Ja. Wir sehen sicher bei drei Juniorinnen genug Po­ten­zial, dass wir anfangen könnten, sie schon nächste Saison einzubauen. Wir hoffen aber auch, dass noch ein, zwei Spielerinnen dazustossen. Ich wünsche mir ein 15-köpfiges Kader. Und es wird ein riesiges Off-Season-Programm geben, individuell zugeschnitten auf die einzelnen Spielerinnen.

Zwei Teams in der Nationalliga B: Ist Winterthur nun eine Basketballstadt?

Leider noch lange nicht. Am Samstag hatten wir aber fast 150 Zuschauer in der Halle. Das ist cool. Wir rechnen schon, dass an ein NLB-Spiel 200 Personen kommen würden. Erst wenn regelmässig über 5 Promille der Einwohner zu den Heimspielen kommen, kann man sagen, dass sich die Sportart in der Stadt eta­bliert hat und keine Randsportart mehr ist.

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