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«Die Schweiz ist ein anspruchsvoller Markt»

Mit innovativer Technik will Mitsubishi verlorenes Terrain in Europa zurückerobern. Wir sprachen mit CEO Osamu Masuko (64) über die Strategie des japanischen Autobauers. Osamu Masuko arbeitet seit 1972 bei Mitsubishi. Seit 2005 ist er Präsident der Mitsubishi Motors Corporation. Der Konzern existiert schon seit 1870. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Mitsubishi in unabhängige Einzelfirmen zerschlagen, die aber alle dasselbe Logo verwenden. Mitsubishi Motors gehört mit über 30 000 Angestellten zu den sechs grossen Autoherstellern in Japan.

Herr Masuko, Sie verkaufen pro Jahr 1,1 Millionen Fahrzeuge. 80 Prozent in Asien und den USA. Haben Sie Europa von der Landkarte gestrichen?

Osamu Masuko: Im Gegenteil! Europa ist für uns ein wichtiger und anspruchsvoller Markt. Wir arbeiten mit Hochdruck an innovativen und umweltfreundlichen Technologien.

Können Sie das konkretisieren?

Einen Produkteplan für die nächsten Jahre kann ich Ihnen nicht geben. Das wäre zu schön für die Konkurrenz. Zumal wir viele Entscheide relativ kurzfristig den Marktbedürfnissen anpassen wollen. Nur so viel: Wir sind bereit und haben für jede Fahrzeug­gattung die aus unserer Sicht richtige Technologie.

Worauf richten Sie Ihren Fokus?

Bei Kleinwagen glauben wir an den Elektroantrieb, bei mittleren Fahrzeugen setzen wir auf Hybrid und bei grossen Geländewagen auf neue saubere Dieseltechnologie.

Im Herbst kommt der Outlander als Plug-in-Hybrid. Sind noch mehr solche Fahrzeuge zu erwarten?

Wie gesagt, wir sind bereit! Wir konzipieren jede neue Bodengruppe so, dass wir sie ohne grossen Aufwand als Plug-in-Hybrid oder Elektrofahrzeug bringen können.

Gilt das auch für den Kleinwagen Space Star?

Absolut. Der Space Star wird noch für Überraschungen sorgen. Wir sind an interessanten Derivaten auf dieser Plattform. Wir können sie auch elek­trifizieren und als Plug-in-Hybrid oder mit Allradantrieb einsetzen.

Soll der Plug-in-Hybrid den iMiEV mit reinem Elektroantrieb ablösen, der sich bisher nicht besonders erfolgreich verkauft?

Nein, wir glauben an den reinen Elektroantrieb. Aber alles muss am richtigen Ort sein. Der iMiEV war anfangs zu teuer und die Infrastruktur fehlte. Jetzt hat sich beides verbessert und damit ist auch die Nachfrage gestiegen. Wir haben vom iMiEV viel gelernt. Eine einzige Technologie ist aber nicht genug. Die Technologie muss sich der Grösse, der Mentalität, der Wirtschaftskraft und der Topografie jedes Landes anpassen. Apropos Plug-in-Hybrid: In Japan hat diese Technologie nach der Erdbebenkatastrophe viel geholfen. Der Outlander Plug-in-Hy­brid kann über einen Adapter Strom für ein Einfamilienhaus liefern.

Der Outlander und der Space Star haben eine neue Designsprache. Ist das die Zukunft?

Unsere Designelemente signalisieren Stärke und Umweltfreundlichkeit. Diese Werte widerspiegeln unsere zukünftige Modellphilosophie.

Wie wichtig ist der Schweizer Markt für Mitsubishi?

Schweizer sind sehr anspruchsvolle und treue Kunden mit einem im Vergleich zu anderen Ländern ausgeprägten Umweltbewusstsein. Und die Topografie fordert eine sehr breit aufgestellte Palette. Das ist eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen.

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