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Die Schweizer sprechen vom Titel

Genf. Selten war ein Schweizer Davis-Cup-Team so klarer Favorit wie im Viertelfinal gegen Kasachstan. Die Ziele sind hoch.

So etwas hat selbst Roger Federer (Bild unten) mit seinen 16 Jahren und 1164 Spielen auf der ATP Tour noch nie erlebt. Rund 15 000 Fans werden das Schweizer Team in der Genfer Palexpo-Halle gegen Kasachstan anfeuern. «In der Schweiz ist das einmalig», schwärmte er. 2014 soll das Jahr sein, in dem für die Schweiz im Teamwett­bewerb wieder einmal magische Stunden möglich werden.

Die Ausgangslage scheint perfekt. Kasachstan im Viertelfinal ist sicher ein gutes Los. Die Kasachen, deren Team komplett aus eingebürgerten Russen besteht, sind zwar ausgeglichen besetzt, jedoch eine oder zwei Klassen tiefer als die Schweizer Stars angesiedelt. Doch diese sind gewarnt. 2010 gewannen die Kasachen in Astana 5:0 gegen eine Schweizer Equipe ohne Federer. Den Auftakt macht heute um 13.30 Uhr Stanislas Wawrinka (Bild rechts) der als Weltnummer 3 erstmals Schweizer Teamleader ist, wenn Federer dabei ist. Zumindest auf dem Papier. Wawrinka bekommt es im ersten Spiel mit der kasachischen Nummer 2 Andrej Golubew (ATP 64) zu tun, Federer anschliessend mit Michail Kukuschkin (ATP 56).

Alles wie erwartet bei den Einzeln, aber der Schweizer Captain Severin Lüthi wartete dennoch mit einer kleinen Überraschung auf. Von den fünf nominierten Spielern musste Marco Chiudinelli (ATP 199) über die Klinge springen, der noch in der 1. Runde in Serbien gemeinsam mit Michael Lammer (ATP 448) den entscheidenden dritten Punkt geholt hatte. «Da spielen immer taktische Überlegungen eine Rolle», erklärte Lüthi. Nebst Wawrinka, Federer und Lammer steht Henri Laaksonen (ATP 212) im Team.

Die Besetzung des Doppels

Viel deutet dar­auf hin, dass Wawrinka und Federer auch Doppel spielen werden. «Wir müssen immer auch das gesamte Jahr im Blick haben», betonte Federer. «Da ist jeder Spieler wertvoll, ob er die Nummer 3, 4 oder 5 ist, macht keinen Unterschied.» Er würde sich jedoch enorm freuen, vor dem Heimpu­blikum mit seinem Olympia-Goldpartner von Peking zu spielen.

Die Schweizer haben höhere Ziele, als «nur» den Viertelfinal zu gewinnen. Roger Federer scheut sich nicht, das Wort «Davis-Cup-Titel» laut auszusprechen. «Insgeheim hoffen wir, dass alles gut läuft in dieser Saison, und das heisst natürlich nicht nur, in den Halbfinal zu kommen.» Der Unterschied zu den vergangenen Jahren: «2012 vor dem Spiel gegen die USA wollte ich noch nicht vom Titel sprechen, um keinen unnötigen Druck aufzubauen», erinnert sich Federer. «Aber nach dem letzten Jahr und mit diesem Team glaube ich, dass wir alle stark genug sind, auch im Kopf, um jetzt anzugreifen.»

Zumal das Tableau nach dem Ausscheiden der starken Spanier vielversprechend aussieht. Im Halbfinal würde die Schweiz im September auf den Sieger der Partie Italien (zu Hause) gegen Grossbritannien (auswärts) treffen. (si)

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