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Die Si­tua­tion in Venezuela eskaliert

Quito. Für die venezolanische Opposition wird es immer ungemütlicher. Die Polizei geht gegen Demonstranten vor, kappt Informationskanäle und fahndet nach einem prominenten Oppositionspolitiker.

Die Opposition in Venezuela protestiert weiter: Nach den gewaltsamen Ausschreitungen vom Mittwoch in Caracas, bei denen drei Menschen starben, versammelten sich Studenten und Oppositionsanhänger am Samstag im Osten der Hauptstadt. Aber auch Präsident Nicolás Maduro mobilisierte und rief seine Anhänger am gleichen Tag zu einem «Marsch für den Frieden» auf.

Die Polizei sei mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Studenten vorgegangen, es habe wieder Verletzte gegeben, meldet ein Korrespondent des Nachrichtensenders «Nuestra Tele Noticias 24 Horas». Der Fernsehsender mit Sitz in Kolumbien berichtet ausführlich über die Proteste.

Jagd auf Oppositionsführer

Eskaliert waren die zunächst friedlichen Proteste am Freitag: Drei Menschen, zwei Studenten und ein Oppositionsanhänger, starben. Sie sollen erschossen worden sein. Es gab Dutzende Verletzte, knapp 200 Demonstranten wurden festgenommen. Die Mehrheit der Festgenommenen kam nach Angaben der Opposition am Wochenende wieder frei.

Präsident Nicolás Maduro machte den prominenten Oppositionspolitiker Leopoldo López für die Eskalation der Gewalt verantwortlich und sprach von einem versuchten Staatsstreich. López war bis 2008 Bürgermeister von Chacao, einem zentralen Stadtteil in Caracas. Gegen ihn wurde am Donnerstag Haftbefehl erlassen, er tauchte unter. Die Polizei durchkämmt seitdem Häfen und Flughäfen des Landes, um ihn zu finden.

Derweil versucht der Staat, den Informationsfluss zu kontrollieren: Das Fernsehen habe am Mittwoch überhaupt keine Bilder von den Protesten gezeigt, berichten venezolanische Bürger. Ausländische Sender werden gesperrt: So liess die Regierung «Nuestra Tele Noticias 24 Horas» kurzerhand aus dem nationalen Kabelnetz entfernen. Auch soziale Netzwerke wie Twitter wurden blockiert.

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