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Die SP hat ein Prestigeamt zu vergeben

Raphael Golta wird Zürcher Stadtrat und gibt dar­um sein Amt als SP-Fraktionschef ab. Mögliche Nachfolger stehen schon bereit, denn das Amt kann Karrieren beschleunigen.

Raphael Golta (Bild) gehört im Kantonsrat nicht gerade zu den ganz alten Hasen. Nach zehn Jahren im Amt gilt er aber doch als erfahrener Politiker. Das stimmt zumindest für die kantonale Ebene. In der Stadtzürcher Politik tauchte Golta bislang kaum auf. Trotzdem wurde er am Sonntag als Nachfolger von Sozialvorsteher Martin Waser in den Stadtrat gewählt. In der parteiinternen Ausmarchung hatte er zuvor Min Li Marti ausgestochen, die im Gegensatz zu ihm seit vielen Jahren in der Stadt Zürich aktiv ist und die SP-Fraktion im Gemeinderat präsidiert. Dass der 38-Jährige dennoch zum Kronfavoriten ernannt wurde, hat nicht zuletzt mit seiner Position im Kantonsrat zu tun. Seit 2010 ist er Chef der dortigen SP-Fraktion. Das Amt ist zwar nicht mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit verbunden. Parteiintern verschafft es dem Inhaber aber Prestige. Und mehrfach hat es sich in vergangenen Jahren als Sprungbrett für Politikerkarrieren erwiesen. Ein Beispiel dafür ist Goltas unmittelbarer Vorgänger, Nicolas Galladé. Er war während zweier Jahre Fraktionspräsident und wurde 2010 direkt aus dem Kantonsrat in den Winterthurer Stadtrat gewählt. Und vor ihm profitierte auch Markus Notter von der positiven Ausstrahlung des Amts: Als Vorsteher der Kantonsratsfraktion wurde er 1996 zum Regierungsratskandidaten erkoren und schaffte auf Anhieb den Sprung in die kantonale Exekutive. Zwei Gymilehrer treten an Mit seinem Wechsel in den Zürcher Stadtrat wird Golta seinen Sitz im Zürcher Kantonsrat und damit auch das Fraktionspräsidium abgeben. Die Wahl seiner Nachfolge ist aufgegleist, wie die zuständige Kantonsrätin Renate Büchi auf Anfrage sagt. Die Bewerbungsfrist für Interessenten sei bereits abgelaufen. Interessiert haben sich für das Amt dem Vernehmen nach zahlreiche Mitglieder der Fraktion. Definitiv beworben haben sich nun zwei. Der eine ist der Feuerthaler Mittelschullehrer Markus Späth, der seit sieben Jahren im Kantonsrat sitzt. Mit Jahrgang 1953 ist er kein Jungspund mehr, er hat sich aber im Kantonsrat innert kurzer Zeit als Bildungsexperte einen Namen gemacht. Späth ist heute einer von zwei Vizefraktionspräsidenten, weshalb das Präsidium für ihn ein logischer Schritt wäre. Streitig macht ihm das Amt der 35-jährige Moritz Spillmann aus Ottenbach, der ebenfalls an einer Mittelschule unterrichtet. Spillmann ist im Kantonsrat noch relativ neu, sein Amt hat er noch keine drei Jahre inne. In der Kantonalpartei ist er schnell aufgestiegen: Seit anderthalb Jahren ist er deren Vizepräsident. Nicht antreten wird die 34-jährige Rosmarie Joss, neben Späth die zweite Vizepräsidentin der Fraktion. Das Amt sei zwar sehr attraktiv, sagt sie. Da sie aber kürzlich eine neue Arbeitsstelle angetreten habe, fehle ihr momentan die Zeit für eine solche Herausforderung. Die Wahl des neuen Fraktionschefs findet in einem Monat statt. Die Amtsübergabe ist für Ende März geplant.

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