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Die Spitze stagniert

zürich. Die Leistungen der Schweizer Leichtathleten werden bereits durch die Brille der EM 2014 in Zürich beurteilt. Die Aussichten sind derzeit getrübt.

Peter Haas, der Chef Leistungssport bei Swiss Athletics, strich gestern in Zürich den positiven Aspekt heraus: «Wir sind auf gutem Weg. Es wird mehr gemacht als früher, mehr investiert, mehr professionalisiert.» Seine Aussagen bezogen sich auf die Breite des potenziellen EM-Kaders 2014, also auf die Quantität und nicht die Qualität. In der Tat hat die Leichtathletik in der Schweiz durch die Vergabe der EM nach Zürich auf vielen Ebenen einen Schub erfahren. Zahlreiche Athletinnen und Athleten nutzen die Möglichkeit, um für ein Highlight vor Heimpublikum voll auf die Karte Sport zu setzen. Die Schweiz dürfte die angestrebten 30 Startplätze erreichen.

Im Bereich der Spitze aber zeichnet sich ab, dass an der EM 2014 die Finals hart erkämpft werden müssen. Bei zahlreichen der zehn designierten Leadern traten in letzter Zeit Probleme auf – oder die Leistungen stagnierten. An der Spitze dieser Top-Ten-Liste figurierten noch vor zwei Jahren Lisa Urech und Irene Pusterla sowie der Marathon-Europameister Viktor Röthlin. Urech erlebte seither einen tiefen Absturz, sie musste drei Hüftoperationen über sich ergehen lassen. Mental, so sagt Haas, habe sich die Hürdensprinterin wieder gefangen. Ob sie wieder an ihre Spitzenleistungen anknüpfen kann, lässt sich schwer abschätzen. Weitspringerin Pusterla kam in der Olympiasaison nicht mehr an ihre Bestwerte heran und zeigte auch eine bescheidene Hallensaison 2013. Röthlin, der an der EM in Zürich kurz vor seinem 40. Geburtstag steht, wird sich zweifellos professionell vorbereiten. Doch seinen Leistungszenit hat er überschritten. Als Medaillenkandidat für den Marathon drängt sich eher Tadesse Abraham auf. Der Mann aus Eritrea hofft, 2014 rechtzeitig den Schweizer Pass zu erhalten.

Um Finals an Grossanlässen kämpften in den letzten Jahren auch die Stabhochspringerinnen Nicole Büchler und Anna Katharina Schmid. Das Duo wurde Anfang Jahr aber von Ärzten statt Trainern betreut. Zu den Top Ten zählen die Sprinter Alex Wilson und Amaru Schenkel. Dem 200-m-Spezialisten Wilson macht die Achillessehne zu schaffen. Schenkel vom LV Winterthur kon­zen­triert sich auf die 100 m.

Für neue Hoffnungsträger bleibt wenig Zeit. Im Moment liegen im Fokus: Sprinterin Lea Sprunger, 800-m-Läuferin Selina Büchel, Langhürdler Kariem Hussein und (falls Abraham grünes Licht erhält) das Marathon-Team der Männer. (si)

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