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Die Stadt als Grossgrundbesitzerin

«Genau genommen bin ich Grossbäuerin, landmässig sogar die grösste des Kantons», pflegt Noch-Finanzstadträtin Verena Gick zu scherzen, wenn die Rede auf die acht landwirtschaftlichen Betriebe kommt, für die ihr Departement zuständig ist. Insgesamt 200,8 städtische Hektaren bewirtschaften ihre Pächter innerhalb der Gemeindegrenzen. Was weniger bekannt ist: Die Stadt besitzt Dutzende von Landwirtschaftsparzellen ausserhalb der Stadtgrenzen.

So 6 Hektaren in Dättlikon, 18 in Wila, 4 in Räterschen. In Neftenbach sind es 7 Hektaren, davon 20 000 Quadratmeter Reben. 2,6 Hektaren Reben nennt die Stadt auch in Wiesendangen ihr eigen. Sogar in Davos gehören Winterthur präzis 2317 Qua- dratmeter; dabei handelt es sich um eine Wiese vor dem dortigen Heim der Ferienkolonie Oberwinterthur. Insgesamt kommen so 67 Hektaren Wiesen, Äcker und Rebberge zusammen. Dazu sind zwei «Spezialfälle» in Rikon (Ifanghof, 47 Hektaren) und Ellikon am Rhein (27,7 Hektaren), zwei Betriebe, die ins Stadtwerk-Portefeuille gehören. Alles in allem also knapp 140 Hektaren.

Die erwähnten Hektaren – meistens an lokale Landwirte verpachtet – seien zum grössten Teil schon seit Jahrzehnten in Stadtbesitz, sagt Liegenschaftenchef Erich Dürig. Damals sei es gang und gäbe gewesen, Landwirtschaftsland der öffentlichen Hand zu verkaufen, wohl weil diese auch finanzkräftig war. Neuzukäufe habe es in den letzten Jahren hingegen nur noch selten gegeben.

Nebst Wiesen auch viel Wald

Auch was Waldflächen betrifft, kann die Stadt Winterthur als Grossgrundbesitzerin gelten. Gemäss Stadtförster Beat Kunz sind es insgesamt gut 200 Hektaren, der überwiegende Teil in den Revieren «Kümberg» und «Hornsäge» bei Turbenthal und Wila, wo sich Wasserfassungen für die städtische Trinkwasserversorgung befinden. Dazu kommen einzelne, kleinere Parzellen in einigen Gemeinden der Umgebung. Eine davon liegt in der Gemeinde Zell, genauer im Wald bei Kollbrunn: Die bei Spaziergängerinnen und Wanderern beliebte «Tüfels Chilen» gehört seit 1722 der Stadt Winterthur, wie eine Nachfrage beim Zeller Grundbuchamt ergibt. Damals war dort ein Steinbruch, aus dem Tuffstein für den Strassen- und Gebäudebau gewonnen wurde. Nach dessen Stilllegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildeten die Kalkablagerungen aus dem über die Steinbruchwände fliessenden Wasser die skurrilen Formen, die dem Ort heute sein charakteristisches Aussehen verleihen. (jpg)

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