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Die Stadt ohne Stadt

Die Selbstdarstellung ist den städtischen Insti­tutionen wichtig. Nach vielen Berichten erhält der «Landbote» die Rückmeldung: «Wann nehmen Sie zur Kenntnis, dass wir Y heissen und nicht X?» Auffällig dabei: Viele städtische Einrichtungen wollen nicht «Stadt» heissen. Zum Beispiel das Stadttheater: Es heisst nicht Stadttheater, ­sondern Theater Winterthur. Das Stadtorchester: Es heisst nicht Stadtorchester, sondern Musikkollegium Winterthur. Und so weiter. Wie ­Insider berichten, soll nun auch der Stadtpräsident umbenannt ­werden, und zwar in Präsident Winterthur (die Kurzform «Stapi» wird durch «Präwi» ersetzt). Auch soll das Stadtspielwerk neu Spielwerk Winterthur heissen. Der Stadtverbesserer, stets vorne mit dabei, hat den Wechsel bereits vollzogen und nennt sich jetzt Verbesserer Winterthur.

Hier könnte man einen philosophischen Absatz ein­fügen: Die Stadt, die nicht Stadt sein will – was heisst das für da s Wesen ­dieser Stadt, also ­dieser Nicht-Stadt? Par­menides sagte: «Nur das Seiende ist, das Nicht­seiende ist nicht und kann nicht gedacht werden.» Aber lassen wir das.

Leider haben einige rückständige Bereiche die Zeichen der Zeit nicht erkannt – Stadtbus, Stadtwerk, Stadtpolizei. Höchste Zeit, dass eine Verwaltungseinheitenbenennungsvereinheitlichungsverordnung erlassen wird, die diesem Wildwuchs ein Ende bereitet. Wie wäre es mit dem Projektnamen Verwaltungseinheitenbenennung Winterthur?

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