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Die Steuereinnahmen sind eingebrochen

Die Gemeinde Russikon hat 2014 rund 600 000 Franken weniger Steuern eingenommen als erwartet. Dadurch wird die Rechnung erneut ein Defizit aufweisen. Der Steuerfuss soll aber beibehalten werden.

Russikon wird das Budgetziel für das Jahr 2014 verfehlen. Dies ist schon vor dem definitiven Abschluss der Jahresrechnung klar, wie die Behörde mitteilt. Das Problem: Die 4200-Seelen-Gemeinde muss einen unerwarteten Einbruch bei den Steuern hinnehmen. Eigentlich hat der Gemeinderat damit gerechnet, dass der Steuerertrag bei rund 12,2 Millionen Franken stagnieren wird. Der ordentliche Steuerertrag für das Jahr 2014 beläuft sich jedoch nur auf rund 11,7 Millionen Franken. Das Ziel wird damit um rund 500 000 Franken oder 4,5 Steuerprozente unterschritten. «So weit lagen wir mit der Prognose in den letzten Jahren nie daneben», sagt Gemeindeschreiber Marc Syfrig. Auch bei den Steuern früherer Jahre wird das Ziel um 100 000 Franken verfehlt. Somit fehlen total 600 000 Franken in der Gemeindekasse. Gründe noch unklar «Eine abschliessende Erklärung dafür haben wir noch nicht», sagt Gemeindepräsident Hans Aeschlimann (SVP). Die Si­tua­tion werde noch analysiert. Dabei interessiert vor allem auch die Frage, ob es sich um eine einmalige Einbusse handelt oder ob die Steuerprognosen generell nach unten korrigiert werden müssen. Noch heftigere Steuerausfälle als Russikon hatte Brütten von 2011 auf 2012 zu beklagen. Verantwortlich dafür waren mehrere Einwohner, die deutlich weniger Steuern ablieferten. «Im Nachhin­ein hat es sich als einmalige Sache erwiesen», sagt Gemeindepräsident Ruedi Bosshart (FDP). Zwar bewege sich die Steuerkraft pro Kopf in Brütten noch immer auf tieferem Niveau als zuvor, aber es gehe wieder leicht aufwärts. «Einen Einbruch kann es theoretisch aber immer wieder geben.» Die fehlenden Steuereinnahmen führen in Russikon dazu, dass die Jahresrechnung 2014 ein Defizit aufweisen wird. Der Gemeinderat hat aber noch Ende letzten Jahres reagiert: «Wir haben die Ausgaben reduziert, um ein grösseres Loch in der Kasse zu vermeiden», sagt Gemeindepräsident Aeschlimann. Allerdings könne man auch nicht einfach alles per Knopfdruck abstellen. Immerhin half der Gemeinde im letzten Jahr für einmal auch das Wetter beim Sparen. So war der Winterdienst kaum gefordert und auch die Belagschäden hielten sich in Grenzen. Unter dem Strich hofft die Gemeinde, die Steuereinbussen so weit abfedern zu können, dass noch ein Defizit von 200 000 Franken resultiert. Budgetiert war für das Jahr 2014 eigentlich ein kleiner Gewinn von 19 000 Franken. Damit präsentieren sich die Zahlen ähnlich wie schon 2013. Damals waren jedoch nicht geringere Steuereinnahmen, sondern höhere Ausgaben im Bereich Bildung für das Defizit von 211 000 Franken verantwortlich. Vorerst keine Panik Trotz allem will der Gemeinderat aber vorerst nicht am Steuerfuss schrauben. «Wir verfallen jetzt nicht gerade in Panik», sagt Aeschlimann. Der Finanzplan habe nach wie vor seine Gültigkeit. Dieser geht von einem stabilen Steuerfuss von 113 Prozent aus. Dies sei angesichts der anstehenden Projekte zwar mutig, aber machbar. Auch die zur Entwicklung notwendigen Investitionen sollen nicht gedrosselt werden. «Wir sind auf ein moderates Wachstum angewiesen», sagt Aeschlimann. Mit der Schaffung von neuem Wohnraum sollen zusätzliche Steuerzahler in die Gemeinde gelockt werden. Klar ist allerdings: «Wir müssen uns künftig auf die Kernaufgaben beschränken.»

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