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Die Stunde der Debütanten

Je vier Endrunden an einer EM oder WM haben sie mit Schweizer Nachwuchs-Nationalteams erlebt. Am Samstag in Istanbul aber tat sich für Kevin Jud, bald 21-jährig, und Luka Maros (19) bei ihren Europacup-Debüts eine neue internationale Dimension auf. «Eine ganz andere Atmosphäre», sagte Kevin Jud. «Mit dem Nachwuchs spielten wir nie vor so vielen Fans, die Stimmung war nie so.» Bei Spielbeginn waren vielleicht 400 Zuschauer da, dann schlichen sich ein paar Dutzend mehr hinein, womit die Suleyman Seba Sport Hall recht gefüllt war. Woher die Kapazitätsangabe von 1500 Leuten stammt, bleibt ein Rätsel. «Oft spielten wir mit den Nationalteams in grossen Hallen vor wenig Leuten», meinte Jud. Hier war die Halle klein, dafür laut. Das lag am Gesangsverein von Besiktas, der 60 Minuten lang Lieder schmetterte und johlte und zwischendurch von der Tribüne her­ab den Winterthurer Linksaussen belästigte. Einmal so sehr, dass Marvin Lier einen Spielunterbruch verlangte. Grundsätzlich war die Stimmung aufgeheizt, aber nicht übertrieben feindselig. Die Handvoll Pfadi-Fans blieb natürlich «unterlegen». Das lag an ihrer Unterzahl sowie an einer Verfügung der Ordnungshüter: Den Besuchern aus Winterthur waren die Taktinstrumente abgenommen worden … «Auf uns fokussiert» Sieben Tore erzielte Jud, bei nur einem Fehlwurf. Auf eine makellose Wurfbilanz brachte es Maros, wobei er für seine fünf Treffer nur eine Viertelstunde brauchte. In der 46. Minute trat er aufs Feld und erzielte von der 23:22-Führung an fünf der letzten sechs Pfadi-Tore. Maros traf so gut, dass Besiktas’ eben erst eingesetzter Torhüter Nummer 2 bald einmal der Nummer 3 weichen musste. «Vielleicht war auch etwas Glück dabei», meinte der Rückraumschütze bescheiden. «Ich habe in der Woche vor dem Match oft mit Adi Brüngger gesprochen. Wenn ich aufs Feld komme, müsse ich einfach hundert Prozent Gas geben. Dann komme es schon gut.» So wars. Die zwei Europacup-Frischlinge legten eine Abgeklärtheit aufs Istanbuler Parkett, die erstaunlich war und durchaus viel verspricht. «Wir mussten annehmen, dass es hier laut wird», sagte Kevin Jud. «Aber wir haben uns im Team vorgenommen, dass wir auf uns selbst fokussiert bleiben. Und das ist uns nicht schlecht gelungen.» (ust)

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