Zum Hauptinhalt springen

Die Tschechen als Lieblingsgegner

SOTSCHI. Simon Bodenmanns Tor und Jonas Hillers Paraden reichten zum 1:0 der Schweizer Männer über die Tschechen.

Das war wieder mal typisch Jaromir Jagr. Vor der Partie gab er sich locker und fröhlich an seinem 42. Geburtstag. Nach der 0:1-Niederlage gegen die Schweiz stapfte er verärgert an allen Reportern und Journalisten vorbei. Frustriert wie alle andern Tschechen von den Paraden Jonas Hillers und den Schüssen an die Torumrandung. Jagr traf einmal die Latte und zweimal nur die Schoner Hillers. Tomas Plekanec setzte den Puck einmal an die Latte, und einmal, bei der grössten seiner vier Chancen, verschwand die Scheibe einfach in der Fanghand des Schweizer Goalies.

Simon Bodenmann machte es besser als die zwölf NHL-Stars der Tschechen. Er schoss den Puck exakt über Ondrej Pavelecs linker Schulter in die hohe Ecke. Dieser Treffer nach 14:10 brachte den Schweizern den zweiten 1:0-Sieg am Turnier ein. Und verlängerte eine ungewöhnliche Serie: Die Schweiz schlug die Tschechen gleich dreimal in Folge bei einem wichtigen Turnier. Gegen die Nummer 4 der Weltrangliste gab es bei der WM in Stockholm einen Erfolg in den Gruppenspielen und im Viertelfinal. Seit bei den Olympischen Spielen die NHL-Profis dabei sind, trafen die Schweizer zweimal auf Tschechien – und schlugen die Favoriten zweimal. 3:2 in Turin 2006, 1:0 in So­tschi. Jagr war beide Male dabei.

«Er ist noch immer ein hervorragender Spieler. Er hat die Scheibe so gut unter Kontrolle und lässt sich nie stressen», sagte Bodenmann über den Altstar. Der Schweizer Torschütze, der gegen die Schweden nur Ersatz gewesen war, hatte sich noch beim Einspielen an der Augenbraue verletzt, es musste noch kurz genäht werden.

Ein guter Griff

Dass man mit zwei erzielten Toren in einer Gruppe mit Schweden, Lettland und Tschechien Platz 2 belegt, scheint ein Ding der Unmöglichkeit. Hiller aber macht Unmögliches möglich. «Er ist einfach grossartig, er gibt uns die Chance, auch mit nur einem Tor Spiele zu gewinnen», kommentiert Bodenmann. Der Anaheim-Goalie hat nach zwei Partien noch immer kein Tor kassiert, aber bereits 47 Paraden gezeigt.

Simon Bodenmann spielte zwar wieder zusammen mit Denis Hollenstein, aber nicht mehr mit Center Luca Cunti. Eine der Änderungen war, dass Kevin Romy den Platz des ZSC-Mittelstürmers übernahm – sie zahlte sich aus. Die andere neue Formation mit Cunti, Wick und Brunner enttäuschte indes. Damien Brunner fand auch beim dritten Einsatz nicht ins Spiel, Luca Cunti ist defensiv auf diesem Niveau zu leichtgewichtig. Obwohl das Trio nicht gegen die besten Linien der Tschechen spielte, geriet es fast bei jeder Shift in defensive Nöte.

Auch die Idee, wie in Spiel 1 auf Ryan Gardner als 13. Stürmer zu setzen, war nicht zündend.

In der Viertelfinalqualifikation wäre es höchste Zeit, dass die Stürmer, die wegen ihrer «Feuerkraft» ein Aufgebot erhielten, endlich die Erwartungen erfüllen. «Wir brauchen mehr Tore», sagt Coach Sean Simpson. Sagen alle. Und fanden gestern vielleicht beim gemeinsamen Essen in einem Restaurant ausserhalb des Olympiadorfes eine Antwort.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch