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Die Vergangenheit lässt die UBS nicht los

Trotz des forcierten Umbaus der UBS zu einem Vermögensverwalter prägen Altlasten vor allem aus dem Investmentbanking die Bilanz der Bank. Die Führung betrachtet 2013 als Übergangjahr - bei den Boni spricht sie gar von einer Normalisierung.

So hat die grösste Schweizer Bank gemäss der am Dienstag publizierten Jahresbilanz 1,7 Mrd. Fr. für Rückstellungen beiseite gelegt. Nicht mehr der Steuerstreit mit den USA, aber andere Rechtsfälle sind noch hängig.

Mutmassliche Devisenmanipulationen, Klagen aus den USA wegen Hypothekenpapieren und andere Nachwirkungen der Finanzkrise beschäftigen die UBS. Konzernchef Sergio Ermotti deutete an, dass weiter Geld für die juristische Aufarbeitung der Vergangenheit benötigt werde. Immerhin konnte sich die UBS mit der Finma einigen.

Die Finanzaufsichtsbehörde hatte im Herbst eine strengere Bewertung von Risiken verfügt, weil die Bank noch viele Rechtsfälle ausstehen hat. Nun ist die Finma der UBS etwas entgegengekommen und hat Vorschriften zur Bewertung von Risiken, die das Kapitalpolster etwas dünner machten, leicht gelockert.

3,2 Mrd. Fr. im Bonustopf

Im vergangenen Jahr habe die Bank viele ihrer Ziele erreicht oder übertroffen, sagte Ermotti: Dies rechtfertige auch die Vergrösserung des Bonustopfs von 2,5 Mrd. auf 3,2 Mrd. Franken. Auf diesem Niveau sieht sich die Bank imstande, ihren Finanzspezialisten wieder eher so hohe Vergütungen zuzuteilen, wie dies die Konkurrenz tue.

Der Anstieg der für Boni reservierten Gelder - einen grossen Teil erhalten die UBS-Banker aber erst in späteren Jahren und nach Erfüllung von Leistungszielen - ist aus UBS-Sicht eine "Normalisierung". Wegen der Milliardenbusse nach der Manipulation von Libor-Referenzzinsen hatte es für 2012 deutlich tiefere variable Lohnbestandteile vor allem in der Investmentbank gegeben.

Längerfristig ist der Bonustopf dennoch kleiner geworden: 2009 waren noch 4,7 Mrd. Fr. bereitgestellt worden, allerdings in einer deutlich grösseren UBS.

In den letzten fünf Quartalen hat die Bank ihren Stellenbestand von knapp 64'000 auf 60'200 zusammengestrichen. In den nächsten zwei Jahren sollen nochmals rund 6000 Vollzeitstellen wegfallen, davon über 1500 in der Schweiz. 2015 soll der Heimmarkt 20'000 Stellen aufweisen.

Aktienkurs steigt

Unter dem Strich verdiente die UBS im vergangenen Jahr 3,17 Mrd. Franken, nach einem Verlust von 2,48 Mrd. Fr. im Vorjahr, als sie hohe Bussen für die Libor-Manipulationen bezahlen musste. Alle Sparten arbeiteten in allen vier Quartalen profitabel, und den Vermögensverwaltungseinheiten gelang es, bei reichen Kunden nicht weniger als 53,5 Mrd. Fr. Netto-Neugeld einzusammeln. Das in 6,6 Mrd. Fr. mehr als im Vorjahr.

Auch die geschrumpfte Investmentbank verdiente im Aktienhandel gut. Die Börse quittierte die Zahlen mit Kursgewinnen von bis zu 6 Prozent, auch wenn sich die Analysten weniger zufrieden zeigten.

Die Experten lobten zwar, dass die Bank die Dividende von 15 auf 25 Rappen pro Aktie erhöhen will, und dass sie ihre Kernkapitalquote um 3 Prozentpunkte auf 12,8 Prozent zu stemmen vermochte. In der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden sei die operative Leistung aber schwächer ausgefallen als erwartet, hiess es.

Keine Gewinnsteuern

Zudem hübschte eine Steuergutschrift von 110 Mio. Fr. den Gewinn auf. Weil die Bank 2007 bis 2009 und nochmals 2012 Milliardenverluste erlitten hatte, kann sie Steuerzahlungen verschieben und kommt sogar gelegentlich in den Genuss einer Gutschrift.

Die öffentliche Hand wird auch noch eine Zeit lang auf die Beiträge der Grossbank verzichten müssen: 2014 und 2015 werde die Bank sicherlich keine Gewinnsteuern bezahlen, sagte Konzernchef Ermotti während einer Telefonkonferenz: Es könnte sogar sein, dass die UBS erst 2017 wieder Gewinnsteuern entrichte.

(sda)

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