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Die Vorfreude auf Martin Gerber

KLOTEN/RAPPERSWIL. Trainer Felix Hollenstein und die Kloten Flyers erhalten einen starken Torhüter: Martin Gerber kommt mit einem Zweijahresvertrag.

Im Februar wurde Ronnie Rüeger 40, dennoch war er den Kloten Flyers in den Playouts ein starker Rückhalt. Das Karrierenende aber war bereits beschlossene Sache. Lukas Meili und Jonas Müller hiess das ursprüngliche Goalieduo für die kommende Saison, das einen hohen Risikofaktor barg. Jetzt aber freuen sich – wohl ausser den zwei Goalies – alle in Kloten auf Martin Gerber. Der Emmentaler, der in diesem September 39 Jahre alt wird, unterschrieb einen Zweijahresvertrag. Mit Gerber erhalten die Flyers einen Nationalgoalie mit grosser Routine, grosser Klasse und eindrücklichem Palmarès: Stanley-Cup-Sieger mit Carolina (auch wenn er – erst in den Playoffs – von Cam Ward auf die zweite Position verdrängt wurde), schwedischer Meister mit Färjestad, über 230 NHL-Partien, eindrückliche Auftritte an den Olympischen Spielen (zum Beispiel der grossartige Shutout beim 2:0 der Schweiz gegen Kanadas NHL-Profis).

Gerber begann seine lange Karriere in Langnau, via Färjestad näherte er sich der NHL an, 2002 begann seine Zeit in Nordamerika (Anaheim, Carolina, Ottawa, Toronto). 2009 wechselte er in die KHL, bei Atlant Mytischi erlitt er einen schweren Unfall (Nackenverletzung), an der WM aber spielte er wieder für die Schweiz. Edmonton 2010 war seine letzte NHL-Equipe, die vorletzte Saison hielt er Aufsteiger Växjö in der Elitserien, in diesem Winter spielte er in Rögle, das abstieg. «Sportlich war das keine gute Wahl gewesen», kommentiert Gerber die Zeit mit Rögle, wo er in einem schwachen Team stand, aber immer wieder mit starken Leistungen die Gegner beeindruckte. Zum Beispiel Anders Eldebrink, der mit AIK Stockholm mehrmals gegen Rögle um Punkte kämpfte – und nicht zuletzt wegen Gerber nicht immer als Sieger die Halle verlassen konnte.

Mit der Ankunft Gerbers müssen die Kloten Flyers (natürlich) noch einen Goalie aus dem Duo Meili/Müller irgendwo anders unterbringen. Besprochen ist noch nichts, doch einiges deutet dar­auf hin, dass Meili vielleicht zu einem NLB-Verein wechselt. In Sachen Ausländer ist bei den Kloten Flyers übrigens definitiv geworden, dass Tommi Santala seine Option auf Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr gezogen hat. Sportchef André Rötheli ist weiterhin auf der Suche nach einem ausländischen Flügel, auf einer ziemlich langen Liste stehen diverse (finnische) Namen.

Die letzten WM-Tests

Vielleicht sieht Rötheli einen Kandidaten an der WM (in Helsinki). Die Schweizer absolvieren heute in Langenthal und morgen in Rapperswil ihre letzten Tests, sie treffen zweimal auf Deutschland. Erstmals dabei sind die vier Berner (Furrer, Plüss, Rüthemann, Gardner) sowie der Langnauer Simon Moser.

Vom aktuellen Kader müssten für die WM noch zwei Spieler weichen. Doch es könnte doch noch sein, dass der eine oder andere aus der NHL den Weg in die Mannschaft findet. Roman Josi und Sven Bärtschi verpassen mit Nashville und Calgary die Playoffs, sie könnten frei werden. Nino Niederreiters AHL-Saison ist abgeschlossen, er könnte noch zu den Islanders befördert werden. Wenn nicht, wäre er im Prinzip ein WM-Thema. Es sei allerdings daran erinnert, dass Niederreiter bei seinen zwei bisherigen WM-Teilnahmen keinesfalls ein Gewinn war. 2010 durfte er ein bisschen schnuppern, 2012 war seine Leistung mit null Punkten und einer Minus-5-Bilanz nichts anderes als ein Ärgernis. Damien Brunner dürfte kaum realistischer Kandidat sein, wenn er mit Detroit im letzten Moment noch die Playoffs verpassen würde. (jch)

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