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Die «Werft» ist sein zweites Zuhause

Hans Kühni hat ein ungewöhnliches Hobby. Die Leidenschaft des Aadorfers gilt dem Grossmodellschiffsbau. Für die äusserst detailgetreuen Nachbildungen von Kriegs­schiffen wendet er jährlich über 1000 Stunden auf.

Die «Enterprise», ein beeindruckender Flugzeugträger von 7 Metern Länge und einem Bruttogewicht von 800 Kilogramm, kann in rund einem Jahr seine Jungfernfahrt antreten. Allein für die detailgetreue Nachbildung des grössten US-Kriegsschiffes, das vor 50 Jahren getauft worden war und kürzlich ausser Betrieb genommen wurde, hat Hans Kühni bisher über 3000 Arbeitsstunden aufgewendet. Noch weitere 1000 werden in seiner Werkstatt in Brütten dazukommen, bis er das Prunkstück zu Wasser lassen kann. An einem anderen Flaggschiff, dem Kreuzer «Texas CGN 39», hat der 67-Jährige von 2006 bis 2010 gut 3300 Stunden gearbeitet. Das Resultat ist ein eindrückliches Modell mit 130 Kilogramm Leergewicht. Das fast vier Meter lange Schiff ist bereits mehrmals durch die Gewässer gepflügt. Es erreicht rund 15 Stundenkilometer, natürlich nicht atombetrieben, sondern von einem 12-Volt-Elektromotor vorwärtsbewegt. Auch die «Enterprise» wird einen solchen Antrieb haben. Ein exklusives Hobby Ehefrau Edith Kühni-Bättig hat viel Verständnis für das aussergewöhnliche und auch teure Hobby ihres Mannes. «Ich habe lieber einen Mann mit einem solchen Hobby als einen, der im ‹Spunten› rumsitzt», sagt sie und streichelt ihm liebevoll über die Schultern. Dass er allein für die «Texas» über 40 000 Franken für Materialien investiert hatte, scheint sie auch nicht zu kümmern. «Hauptsache, er ist zufrieden und hat auch noch Zeit für mich und unseren Hund übrig», fügt sie mit einem Lächeln hinzu. Er sei auch kein Kriegs- fanatiker, sondern fasziniert von der Technik des Schiffbaus und der Logistik, die im Verbund eines Flotten- geschwaders höchst anspruchsvoll ist. Ein Perfektionist Bei der vielen Handarbeit, so beim Löten, Fräsen, Bohren, Drehen und Schleifen von Polyester, Aluminium und Messingblech, kann der gelernte Bauschlosser und Spengler seine Fertigkeiten anwenden, die er sich einst bei der Mowag in Kreuzlingen angeeignet hat. Der spätere Angehörige der Kantonspolizei Zürich ist auch auf dem Gebiet der Elektronik ein Könner: Beim Kreuzer «Texas» können 14 Funktionen per Fernsteuerung vom Land aus angewählt werden. Hans Kühni ist kein Bastler, der mit einem Baukasten die Modelle zusammensetzt. Seine Nachbauten sind von Grund auf detailgetreue Nachbildungen, mit allem Drum und Dran. Dazu gehören Geschütze, Lenkwaffen, F-18-Kampfflugzeuge, bewegliche Rettungsboote und all die Aufbauten an Deck. «Schon in meiner Jugendzeit interessierte ich mich für Schiffe und deren Herstellung. Begonnen habe ich mit dem Bau von Fregatten, kleineren Kreuzern und Zerstörern. Die habe ich mittlerweile aber alle verkauft», erzählt Kühni. Dies natürlich ohne Gewinn, wenn man die vielen investierten Freizeitstunden berücksichtigt. Seinen Hang zur Perfektion lebt der gut gelaunte Rentner in einer gut eingerichteten, geheizten Scheune in Brütten aus. Dort ist er fast täglich anzutreffen. Die Wohnung der Kühnis in Aadorf ist zwar geräumig, die beiden Exemplare kann er dort aber nicht zur Schau stellen. Dafür wären die Räume dann doch zu klein. So sind die Riesenmodelle nur an Schaufahrten auf heimischen Gewässern zu sehen oder dann an Ausstellungen. Für den Transport zu diesen Anlässen benötigt er ein starkes Zugfahrzeug mit Anhänger und Hebekran. Kühni hat sich ein fundiertes technisches und historisches Wissen über die US Navy und deren Hintergründe angeeignet, das er an Vorträgen immer wieder weitergibt. Wer sich dafür interessiert, kann über www.eh.kuehni@gmail.com mit dem Aadorfer in Kontakt treten.

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