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Die wichtige letzte Woche

Die Erfahrung im Schweizer Eishockey sagt: Wer Weihnachten unter dem Strich verbringt, steht auch am Ende der Qualifikation dort. Ein Blick durch die europäischen Ligen.

Noch drei Partien stehen die letzte Woche im alten Jahr auf dem Programm. Für die ZSC Lions heissen die Gegner Fribourg (heute im Hallenstadion), Langnau (Samstag in der Ilfishalle) und Rapperswil-Jona Lakers (Sonntag, Hallenstadion). Im neuen Jahr stehen für sie nur noch 16 Qualifikationsspiele an. Mit einem Sieg heute gegen Leader Fribourg könnten die Lions punktemässig zu Gottéron aufschliessen. In dieser Saison verloren sie beide bisherigen Duelle: nach Penaltys 3:4 im Oktober (Heimspiel), 4:7 in Fribourg (November). Mark Bastl könnte heute ins Team zurückkehren, Jeff Tambellini fehlt weiterhin. Dennoch haben es die Lions in den eigenen Händen, als Leader in die Weihnachtspause zu gehen.

Kloten: Laich erneut in die USA

Die Kloten Flyers holten sieben Punkte weniger als die ZSC Lions – und das reicht bereits, dass sie in der gefährlichen Zone um den Strich klassiert sind. Auf Platz 6 liegen sie nur drei Punkte vor dem Tabellenneunten (Biel), zwei vor dem Achten (Davos) und neun vor dem Zehnten (Lakers). Exakt diese drei Teams sind die Gegner in dieser Woche. Biel heute auswärts, Davos am Freitag, die Lakers auswärts am Samstag. Ihnen verbleiben nach diesen eminent wichtigen Partien im neuen Jahr noch 17 Spiele.

In Kloten zeichnet sich immer mehr ab, dass der ursprüngliche Glücksfall Brooks Laich zu einem Problemfall geworden ist. Der Kanadier reiste erneut wegen seiner Adduktorenprobleme nach Washington, er fehlt dem Team die ganze Woche. Er hat in 19 Partien zwar 18 Punkte geholt (6 Tore), aber seinen letzten Treffer erzielte er am 30. Oktober. Seit er erstmals wegen der Verletzung fehlte (26. Oktober), absolvierte er noch 9 von 14 Partien, er kam in dieser Phase nur noch auf sechs Punkte (1 Tor). Laich will, wenn der Lockout andauert, nach Kloten zurückkehren. Das macht aber nur Sinn, wenn er topfit ist. Im Prinzip haben die Flyers mit dem Hin und Her um den Fitnesszustand (seit Ende Oktober) einige Zeit vertan, die sie sinnvoller hätten gestalten können – mit der Wahl eines neuen Ausländers. So die NHL nicht beginnt, wird es ab Januar genügend Kandidaten geben.

Bei Stürmer Romano Lemm zeichnet sich eine Rückehr ins Team ab, auch von Micki Dupont. In der Defensive fehlen Lukas Frick (U20) und Félicien Du Bois weiterhin. Deshalb hat sich Sportchef André Rötheli entschieden, den 33-jährigen Pascal Müller, der zwei Wochen im Probetraining dabei war und auch Extraschichten erledigte, bis Saisonende zu verpflichten. Müller schied diese Saison aus dem Kader von Ambri aus (nicht in erster Linie aus sportlichen Gründen). Er spielte zuvor in Langnau, Zug und bei den ZSC Lions.

Bodenmann erneut unschuldig

Auch der zweite Versuch der SCL Tigers, gegen den Klotener Simon Bodenmann Sperren zu erwirken, ist erfolglos verlaufen. Der Einzelrichter taxierte die Aktion des Nationalspielers am 4. Dezember gegen Arnaud Jacquemet als korrekt, das Verfahren wurde eingestellt. Der Richter hatte schon bei einer Verletzung von Mark Popovic, die sich der Verteidiger bei einer Aktion Bodenmanns an der Bande zugezogen hatte, auf Aufforderung der Langnauer ein Verfahren eröffnet. Die Fernsehbilder hatten schon vorher gezeigt, dass kein Fehlverhalten vorlag.

Hilfe für Eldebrink

Anders Eldebrink, seit Kurzem Trainer beim AIK Stockholm, erhält einen neuen Spieler, der mithelfen soll, den Schritt in die Playoffs zu schaffen. Kristian Huselius, seit Herbst im Training bei AIK, unterzeichnete bis Saison- ende. Der 34-jährige Stürmer hat seine Hoffnung auf eine dritte NHL-Saison in Folge bei Columbus aufgegeben. Huselius erlangte 2005 zweifelhafte Berühmtheit, als er zusammen mit Anders Lilja und Henrik Tallinder wegen Vergewaltigung im Rahmen eines Eishockeyturniers in Stockholm angeklagt worden war. Der schwedische Verband belegte die drei Spieler mit einer einjährigen Sperre, ihre schwedischen Klubs suspendierten sie. Alle traten dar­auf (in der Lockout-Saison) in der Schweiz auf. Tallinder in Bern, Lilja für Ambri und Huselius für Rapperswil. Ein halbes Jahr später wurden die drei Spieler entlastet, das «Opfer» hatte, wie die Frau selber zugab, gelogen.

Russlands «Dreamteam»

Russlands Nationaltrainer Sinetula Biljaletdinow bot für das Turnier in Moskau auf, was Rang und Namen hatte. Dank Lockout-Spielern wurde die Auswahl als «Dreamteam» gefeiert – und machte dieser Bezeichnung alle Ehre. Siege gegen Schweden, Tschechien und Finnland, ein Torverhältnis von 14:2 und die ersten fünf Positionen in der Skorerliste unterstreichen die ausserordentliche Rolle der Russen. Pawel Datsjuk erzielte beim 6:0 über Tschechien einen Hattrick, die nächstbesten Skorer im Turnier hinter dem Detroit-Center waren Sergej Mosjakin, Ilja Kowaltschuk, Jewgeni Malkin und Alexander Radulow. Alexander Oweschkin kam «nur» auf ein Tor.

Noch ein Trainer muss gehen

Milos Riha musste bei SKA St. Petersburg gehen, nachdem er von den letzten sieben Partien sechs gewonnen hatte. Nun wurde in der KHL mit Waleri Bragin der nächste Coach entlassen, der gute Resultate ablieferte. Bragins ZSKA steht im Westen auf Platz 4, von 33 Partien wurden 23 gewonnen. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel sei der Entscheid gekommen, kommentierte zum Beispiel Stürmer Alexander Radulow. Seit ZSKA mit Rosneft einen grosszügigen «Onkel» hat, sind seltsame Entscheide keine Seltenheit. All jene Klubs, die ihre Coaches wechseln, seien daran erinnert. In den letzten vier Jahren gewannen nur Teams den Titel, die auf Stabilität in der Coachingfrage setzten. Trainerwechsel brachten höchstens Schwung bis zur Finalniederlage. (jch)

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