Zum Hauptinhalt springen

«Die wichtigste Medaille»

london. Nach dem Marathon-Titel 2008 in Peking gewann Edith Wolf-Hunkeler an den Paralympics in London über 5000 m ihre zweite Gold- und insgesamt fünfte Medaille.

Edith Wolf-Hunkeler führte das Feld auf den letzten drei Runden ununterbrochen an und lancierte den Spurt von der Spitze aus. Am Ende lag sie 0,04 Sekunden vor der Amerikanerin Shirley Reilley. «Mir kamen die letzten 1200 Meter sehr, sehr lange vor. Aber ich wollte mich nicht zurückfallen lassen, weil ich befürchtete, eingeschlossen und auf die zweite Bahn abgedrängt zu werden», sagte die 40-jährige Luzernerin, die Marathon-Olympiasiegerin von Peking 2008.

«Dass Shirley Reilley aufkam, bemerkte ich erst, als sie gleichauf lag. Anfangs wusste ich nicht, ob es gereicht hatte», sagte Wolf-Hunkeler. «Für mich war es der bisher schönste Sieg und die wichtigste Medaille», betonte sie. Gold in einem Stadionrennen hatte der sechsfachen Behindertensportlerin des Jahres gefehlt. «Dazu kamen die Erinnerungen an 2008, als ich über 5000 Meter gestürzt war. Auch deshalb bekommt der Sieg über diese Distanz einen speziellen Wert.» Über 400, 800 und 1500 m sowie im Marathon zählt Wolf-Hunkeler ebenfalls zum Favoritenkreis. «Durch die Heirat und die Geburt von Elin bin ich mental stärker geworden. Gold habe ich bereits, jetzt kann ich angreifen.»

Handler beeindruckt

Der sehbehinderte Embracher 100-m-Sprinter Philipp Handler von der LV Winterthur zeigte als Neuling mit 11,45 und Rang 5 in seinem Halbfinal eine gute Leistung und bestätigte seine Selektion. «Aber der Exploit fehlte. Ich lief nicht ganz sauber, hatte am Start Probleme», schwankte er selbstkritisch zwischen halb zufrieden und doch enttäuscht. Ihn hatte die Atmosphäre im ausverkauften Olympiastadion beeindruckt. «Der Lärm beim Betreten des Stadions beunruhigt weniger. Doch in der Phase, als es vor dem Start ganz ruhig wurde, war extrem. In jenen Sekunden wurde mir bewusst, was abgeht. Ich möchte dies aber nicht als Entschuldigung für den schlechten Start sehen.»

Pistorius’ Weltrekord

Derweil riss Stelzen-Sprinter Oscar Pistorius bei seinem ersten Start die Zuschauer von den Sitzen. Im Halbfinal über 200 m lief der «Blade Runner» in 21,30 Weltrekord. Dabei blieb der 25-Jährige aus Südafrika, der bei seinem Olympiastart im Halbfinal über 400 m ausgeschieden war, fast eine halbe Sekunde unter seiner bisherigen Bestzeit (21,76) und distanzierte die Konkurrenz um fast anderthalb Sekunden. Der unterschenkelamputierte Pfäffiker Christoph Bausch schaffte es mit der achtbesten Zeit (24,22) in den Final, in dem er auf Pistorius treffen wird.

Schnellster Paralympics-Teilnehmer überhaupt ist Jason Smyth. Der Ire lief im Final der Kategorie T13 (sehbehindert) über 100 m 10,46. Der 25-Jährige trainiert in Florida mit Tyson Gay und hatte die Olympiaqualifikation 2012 nur knapp verpasst. Bereits im Vorlauf hatte Smyth für einen Weltrekord gesorgt. Mit der Siegerzeit an den Paralympics hätte er im Frauenrennen von London die jamaikanische Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser-Pryce um 29 Hundertstel bezwungen. (si/red)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch