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Die wichtigsten Antworten zu Ebola

Das tödliche Ebola-Virus breitet sich immer weiter aus. Müssen auch wir in der Schweiz uns davor fürchten? Kaum.

Ebola ist eine Viruserkrankung. Die Infektion erfolgt über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Betroffenen, beispielsweise Blut, Schweiss, Urin oder Erbrochenes. Nach 2 bis 21 Tagen zeigen sich die ersten Symptome, die denen einer normalen Grippe ähneln: dazu zählen plötzliches Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Im weiteren Verlauf kann es zu schweren, inneren Blutungen kommen. Im schlimmsten Fall stirbt der Erkrankte an Multiorganversagen. In Afrika sterben 50 bis 80 Prozent aller Menschen, die an Ebola erkranken. In einem entwickelten Gesundheitssystem, wie es die Schweiz hat, dürfte die Sterblichkeitsrate tiefer liegen, genaue Zahlen gibt es aber nicht. Bislang kann man nur die Symptome der Erkrankung bekämpfen, also den Flüssigkeitsverlust ausgleichen, das Fieber senken und mit Antibiotika Infektionen verhindern. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet zwei Impfstoffe, an denen geforscht wird, als «vielversprechend». Den einen hat der britische Konzern GlaxoSmithKline entwickelt, die Vermarktungsrechte am anderen hält das US-Unternehmen New-Link. Man hofft, dass noch dieses Jahr Ergebnisse der ersten klinischen Tests vorliegen. Eingesetzt werden könnten die Impfstoffe aber frühestens ab Anfang 2015. Die Ärzte erhielten «ZMapp». Daneben gibt es zwei weitere Wirkstoffe, in die man Hoffnungen setzt. Doch es handelt sich um experimentelle Medikamente, die nur in geringen Mengen hergestellt wurden. Eine Grossproduktion kommt erst infrage, wenn ein Medikament zugelassen ist, also seine Wirksamkeit feststeht und schwere Nebenwirkungen ausgeschlossen sind. Sie ist nach wie vor klein. In Westafrika traten bereits Ende 2013 erste Fälle auf. Bisher gab es aber erst eine Ansteckung auf europäischem Boden – in Spanien. Das grösste Risiko für die Schweiz besteht bei Rückkehrern und Asylbewerbern aus den Ebola-Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia. An den dortigen Flughäfen werden Ausreisende auf Fieber überprüft. Gezielte Kontrollen an den Schweizer Flughäfen dagegen lohnen sich nicht, weil es keine Direktflüge aus den betroffenen Ländern gibt. Falls Ebola sich weiter ausbreitet, könnten aber laut Bundesamt für Gesundheit an den europäischen Drehscheibenflughäfen Brüssel, Amsterdam und Frankfurt Kontrollen eingeführt werden. Ärzte und Helfer aus Risikogebieten testen sich zudem selbst auf Fieber während dreier Wochen nach der Rückkehr. Bei den Asylsuchenden kontrollieren die Empfangs- und Verfahrenszentren des Bundes, ob Neuankömmlinge die Risikofaktoren erfüllen. Ansteckend ist jemand erst, wenn sich die ersten Symptome zeigen. Danach müsste man mit seinen Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen. Es ist nicht davon auszugehen, dass ein Erkrankter andere Personen ansteckt, bevor er ins Spital kommt. Sind die Schweizer Spitäler für Ebola-Fälle gerüstet? Laut Bundesamt für Gesundheit verfügen alle grossen Spitäler über die nötigen Isolationszimmer und haben entsprechend ausgebildetes Personal. Ja, das ist man. Allerdings gibt es wie bei der Grippe verschiedene Virenstämme. Man ist nur gegen denjenigen immun, an dem man schon einmal erkrankt ist. Zwar verändert sich ein Virus, wenn es zirkuliert. Doch dass es bei Ebola zur sogenannten Tröpfcheninfektion kommt, ist laut dem Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut in Basel derzeit kaum wahrscheinlich. Ebola ist als Biowaffe nicht sehr attraktiv, weil das Virus nicht so leicht übertragbar ist. Das Risiko ist also gering.

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