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Die Winterthurer «spinnen» auf den Rundweg

Der Weg rund um Winterthur ist ein Publikumsrenner. Die 10 000 Infokarten sind längst vergriffen und auch erste Extrem-Umrundungen wurden versucht.Stafette in Planung

Dass der Rundweg um Winterthur das bleibendste aller Projekte zur 750-Jahr-Feier der Stadt werden würde, war schon zu seiner Geburtsstunde absehbar. Jetzt zeigt sich: Er ist auch das erfolgreichste. In einer gestern verschickten Mitteilung ist die Stadt voll des Lobes für die 70 Kilometer lange Route, die mehr oder weniger entlang der Stadtgrenze um Winterthur führt. Zum Beweis werden jede Menge Zahlen genannt: Die 10 000 gedruckten Informationskarten beispielsweise, die gratis abgegeben wurden, sind schon seit den Sommerferien vergriffen. Bis im November wird nachgedruckt. Die Rundweg-App und die entsprechende Webseite zählen bereits 20 000 Besucher. Aber auch die Rundweg-Boxen mit dem schönen Begleitbuch des Winterthurer Historikers Miguel Garcia, mit einem Würfelspiel und praktischen, eingeschweissten Wanderkarten wurden gut verkauft. Die Stadt rechnet damit, dass die letzten der 1000 Boxen spätestens im Weihnachtsgeschäft über die Theke gehen. Auch finanziell ist der Rundweg auf Kurs: Die 600 000 Franken, die der Gemeinderat im November 2012 – noch kurz vor dem rigorosen Sparkurs – bewilligt hat, wurden nicht ausgeschöpft. So hat der Bund aus einem Fonds einen Zustupf von 48 000 Franken lockergemacht, die ZKB griff tief in die Taschen, und der Verein Zürcher Wanderwege leistete einen namhaften Unterstützungsbeitrag für die Ausschilderung. Eine schöne Geste kam von Illnau-Effretikon: Die Gemeinde schenkte der angrenzenden Etappe einen Rastplatz mit Bänkli. Ein glücklicher Erfinder Gross ist die Freude über das rege Interesse bei Edi Wettstein (kleines Bild). Der frühere SP-Gemeinderat gab den Anstoss für den Weg, auf dem er jetzt selbst oft unterwegs ist. «Einmal bin ich ihn in drei Tagen und drei Etappen gelaufen.» Ein anderes Mal sei er den Weg mit dem Velo abgefahren. Wettsteins Lieblingsetappe führt von der Mörsburg Richtung Seuzach. Seine persönliche Entdeckung sei der Napoleon-Brunnen in Brütten. «Die herrliche Aussicht, die man von dort aus hat, kannte ich zuvor gar nicht.» Herausgeforderte Sportler Unter sportlich ambitionierten Winterthurern ist laut Sportamt ein Wettkampf entbrannt, wer den Rundweg am schnellsten bewältigt. Eine offizielle Rangliste gibt es nicht. Als möglicher Rekordhalter wird in Sportlerkreisen aber Daniel Meier gehandelt, der dem Triathlon-Club Finishers angehört und auf extreme Triathlon-Wettkämpfe spezialisiert ist, bei denen etwa 20 Ironman in Folge absolviert werden. Meier war gestern leider nicht zu erreichen. Der ganze Weg in einer Nacht Nach dem Motto «Rundweg extrem für Freizeitsportler» an die Strecke herangegangen ist Yvonne Hörler. Mit drei Bekannten startete sie an einem Sommertag um 22 Uhr in Seen. Die Truppe war bis um die Mittagszeit des darauffolgenden Tages unterwegs. «Die erste Krise hatten wir um 5.30 Uhr. Da sprach einer bereits vom Bus», erzählt sie. Nach einem Kaffee hätten sie dann doch weitergemacht, die Strecke aber um einen Bogen abgekürzt. Im nächtlichen Wald mit den Markierungen klarzukommen, habe viel Zeit gekostet, sagt Hörler. Die Nachtwanderung sei eine einmalige Erfahrung gewesen – was auch heisst: Noch einmal will sich die Gruppe den Hardcore-Spaziergang nicht antun. Aber eine Umrundung mit dem Velo sei für den nächsten Frühling schon geplant. Marc Leutenegger Auf dem 70 Kilometer langen Rundweg um Winterthur soll ab 2016 jedes Jahr eine Sola-Stafette nach Zürcher Vorbild stattfinden. Das Sportamt hat mit dem Akademischen Sportverband Zürich, dem Organisator von Sola Zürich, Kontakt aufgenommen. Die originale Sola-Stafette stammt aus Schweden. Sie führte über 252,7 Kilometer von Göteborg nach Karlstadt. Der Name Sola, der schwedisch Sonne bedeutet, geht auf ein sagenumwoben schönes Mädchen zurück, das im 17. und 18. Jahrhundert in Karlstadt den Männern den Kopf verdreht haben soll und zu einer angesehenen Frau mit Vermögen aufstieg. Der Hochschulsportlehrer Walter Hiemeyer brachte die Sola-Stafette vor rund 50 Jahren in die Schweiz. Ihm sind die Sola-Stafetten in Zürich gewidmet, bei denen in 14 Teilstrecken jeweils 116,1 Kilometer gelaufen werden. Läuferinnen und Läufer sind Studierende und ehemalige Studenten. mcl

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