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Die zweite Antriebs-Stufe gezündet

Mazdas Skyactiv-Konzept beruht auf Leichtbau und unkonventionell verdichteten Motoren. Nun kommen ein Hybrid, ein Gasmodell und ein Stromer mit Wankel-Rang e-Extender dazu.

Gestärkt aus der Krise! Mazda hat mit dem Skyactiv-Konzept die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Das wirkt sich auch in der Schweiz aus. Mit einem Plus von 6,2 Prozent in einem aktuell um 7,1 Prozent rückläufigen Schweizer Neuwagenmarkt ist Mazda eine der aktuell erfolgreichsten Marken. Und die Erfolgsgeschichte soll weiter gehen. Bald werden weitere Stufen des Skyactiv-Konzepts gezündet. Auf dem japanischen Markt wurde soeben der Mazda 3 Hybrid lanciert, den wir im Rahmen der Tokyo Motor Show Probe fahren durften. Der Hybrid sieht nicht nur wie in normaler Mazda 3 aus, auch beim Fahren spürt man kaum Unterschiede. Der Skyactiv-Benziner agiert so leise, dass man kaum mitbekommt, wann er sich während der Fahrt zum Elektromotor zuschaltet.

Am Stück sind rund zwei Kilometer rein elektrisches Fahren möglich, dann hilft der Benziner mit. Für weitere elektrische Wegstrecken muss wieder Bremsenergie gebunkert werden. Beim Dahinrollen schaltet sich der Benziner auch bei höheren Geschwindigkeiten ab und im Stand mit dem schnell agierenden Stopp-Start-System sowieso.

Mit dieser Ausrichtung orientiert sich Mazda am Konkurrenzmodell Toyota Prius. Aus dem 2-Liter-Benziner mit 99 PS und einer ungewöhnlich hohen Verdichtung von 14:1 sowie einem Elektromotor mit 82 PS, schöpft der Mazda 3 Hybrid wie der Prius eine Systemleistung von 136 PS. Als Kraftübertragung dient ein stufenloses CVT-Getriebe. Bei einem Fahrzeuggewicht von 1390 Kilogramm soll der Verbrauch mit 3,25 Litern auf 100 Kilometer nochmals deutlich sparsamer als bei der Konkurrenz.

Eine Markteinführung in Europa ist leider vorläufig nicht vorgesehen, da Mazda die Verbrauchsvorgaben der Gesetzgeber auch so erreicht. Technologisch sind die Japaner aber allzeit bereit. Das gilt auch für eine in Tokio präsentierte CNG-Gasversion. Dazu Skyactiv-Strategie-Manager Hidetoshi Kudo: «Im Gasbetrieb profitieren wir von der hohen Verdichtung unserer Skyactiv-Motoren von 14:1, da Gas über 130 Oktan verfügt. Wir können unsere Komponenten auch für jede Art von lokal produzierten Gassorten auf der ganzen Welt anpassen und so einen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten.» Mittelfristig wollen die Ingenieure die Verdichtung sogar noch anheben. Von einem Verhältnis bis 18:1 versprechen sie sich abermals eine Verbrauchsreduktion von rund 30 Prozent.

Ebenso zukunftsträchtig ist das auf einem Mazda 2 basierende Elektrofahrzeug Demio EV mit Range Extender. Es verhilft dem von Mazda-Gründer Jujiro Matsuda in den 1960er-Jahren in Lizenz gekauften Wankel-Motor zu einem unverhofften und äusserst cleveren Comeback. 1967 wurde der erste Rotary-Motor im Cosmo Sport eingesetzt. 1991 siegte Mazda mit der Drehscheiben-Technologie sensationell beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Jetzt soll ein winzig kleiner, horizontal eingebauter Einscheiben-Rotary-Motor das grösste Handicap der Elektrofahrzeuge, die Reichweitenangst, besiegen.

Bei der kurzen Testfahrt in Yokohama verblüfft und überzeugt die neue Technologie. Aus 330 ccm generiert das leise und angenehm schnurrende Motörchen 38 PS bei für ein Wankel-Triebwerk niedrigen 6000 Umdrehungen. Damit produziert es über einen Generator Strom für die Batterien und den Antrieb. Das Gewicht der kompakten, im Kofferraumboden montierten Range-Extender-Einheit beträgt rund 100 Kilo. Mit ihm und einem knapp 10 Liter fassenden Tank soll sich die Reichweite des Mazda 2 EV um rund 200 Kilometer verlängern lassen.

Eine im Wagenboden vor der Hinterachse platzierte Batterieeinheit sorgt zudem für eine reine Elektroreichweite von rund 200 Kilometer. Das Fahrzeuggewicht des Mazda2 EV beträgt 1327 Kilogramm, das Ladevolumen bleibt bis auf die Reserveradmulde unverändert. Während Audi ein ähnliches Projekt inzwischen wieder gestoppt hat, sind von Mazda in Japan bereits 100 Wankel-Stromer für einen Langzeit-Praxistest ausgeliefert worden.

Wann, und zu welchem Preis der Elektro-Mazda lanciert wird, ist noch offen. Mazda betont aber, dass das Prinzip auch auf andere Modellreihen angewendet werden kann und dass sich der Wankel-Range-Extender sogar als Notstromaggregat verwenden liesse.

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