Zum Hauptinhalt springen

Diese acht ziehen neu ins Parlament ein

Am Sonntag wurden acht Personen neu in den Gemeinderat gewählt, sechs davon sind Frauen. Für die grösste Überraschung sorgte SP-Frau Giella Rossi, die auf ihrer Liste 21 Kandidaten überholte.

Sie stand auf der SP-Liste an 37. Stelle, doch sie sprang auf den 15. Platz. «Ich hätte nie gedacht, dass ich gewählt werde», sagt Giella Rossi. Noch weiss die Leiterin der Alten Kaserne nicht, ob sie die Wahl annimmt. Dagegen spricht die zeitliche Belastung, dafür die «Ehre, die mir die Wähler erwiesen». Sie sei wegen des Berufs in der Stadt bekannt, erklärt die 57-Jährige den Erfolg. Rossi trat schon einmal an, «weit hinten», sagt sie – so wie diesmal. Im Parlament würde sie sich für Kultur einsetzen und dafür, «dass es Platz hat für verschiedene Leute mit verschiedener Herkunft». Nicht vorbeigeschafft hat es Rossi an Parteikollegin Maria Sorgo, die auf der SP-Liste ihrerseits einen Platz gutmachte. Sorgo rechnete sich Chancen auf eine Wahl aus, zumal sie von den Gewerkschaften unterstützt wurde. Die 28-Jährige arbeitet als Pflegerin in der Psychiatrischen Uniklinik in Zürich und studiert Angewandte Psychologie an der ZHAW. «Politik ist Neuland für mich», sagt die junge Abgeordnete, die seit August in der SP-Geschäftsleitung sitzt und erstmals antrat. Guter Tag für die SVP Am weitesten aufgestiegen ist auch bei der SVP eine Frau. Doris Steiner machte vier Plätze gut. «Ich war total überrascht, weil ich keine aktive Werbung machte», sagt sie und schiebt nach: «Gut, einige Bekannte habe ich angeschrieben und ihnen die Kandidatur mitgeteilt.» Sie kenne viele Leute aus ihrer Zeit in der Wülflinger Schulpflege und als Aktuarin des Frauenturnvereins. Als Wahlhelferin von Josef Lisibach habe sie auch oft am Wahlstand gestanden. Die 47-Jährige leitet die Sekundarschulverwaltung Bülach und ist Vizepräsidentin der SVP Wülflingen. Die Wülflinger Sektion der SVP hatte vorgestern definitiv einen guten Tag, denn gewählt wurde auch Bauer Hansruedi Hofer, der einen eigenen Hof besitzt und ebenfalls Vorstandsmitglied der Wülflinger SVP ist. Auch er war an der Lisibach-Kampagne beteiligt, für die er «Plakate aufstellte und kaputte ersetzte», wie er sagt. Hofer rutschte einen Platz ab. «Ich nahm es locker. Ich dachte: Wenn ich gewählt werde, dann gut.» Der 52-Jährige sitzt als Bauernvertreter in der städtischen Landwirtschaftskommission und amtet für die Kirchenpflege Wülflingen. Er will sich nun für den Sport einsetzen. «Gehofft, dass es r eicht», hat Marcel Trieb. Der dritte neue SVPler rutschte nach, weil es Lisibach in die Regierung schaffte. Dass es knapp war, kümmert ihn nicht: «Drin ist drin.» Der 41-Jährige plant als technischer Facility Manager die Einsätze von Serviceleuten im Haushalt. Er ist Mitglied der städtischen Fürsorgebehörde. Für den guten Listenplatz empfahl er sich 2010, als er vom 52. auf den 32. Platz sprang. Die Seiten gewechselt Eine weitere Frau, die Boden gutmachte, ist Rahel Comfort. Die Grünliberale hatte gehofft, später nachrutschen zu können, falls es einen Rücktritt gibt. Dass es direkt reichte, sei eine Überraschung gewesen. Die 50-jährige Leiterin der Primarschule Dättlikon profitierte als einstige Schulleiterin in Veltheim von grosser Bekanntheit. Übrigens: Wortspiele mit ihrem Namen ist Comfort gewohnt. «Interessant ist, dass jeder meint, sie erfunden zu haben.» Das Feld der neuen Parlamentarier komplettieren zwei weitere Frauen. Katharina Gander von der AL ist als die Leiterin der Geschäftsstelle des Mieterverbands bekannt. Weiter machte sie sich im Gegnerkomitee der Zeughaus-Vorlage einen Namen. Die 37-Jährige kennt das Parlament als Zuschauerin, nun wechselt sie die Seite. Günstige Krippen sind der dreifachen Mutter ein Anliegen: «Ein Grossteil meines Lohns verschwindet in der Betreuung.» Yvonne Gruber schliesslich ist die erste BDP-Abgeordnete der Stadt. Als Spitzenreiterin auf der Liste rechnete sie mit dem Einzug ins Parlament. Die 41-Jährige hat einen «Zickzacklebenslauf», sagt sie, war unter anderem Receptionistin und führte eine Boutique am Graben. Heute unterstützt sie als «Mentalcoach» Menschen dabei, Ziele zu setzen. Zur Politik fand die 41-Jährige erst kürzlich: «Ich wollte nicht nur maulen, sondern selbst etwas tun.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch