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Drei Winter lang brach er in Häuser ein

Schmuck und Geld für eine halbe Million erbeutete ein serbischer Serieneinbrecher in Seuzach, an der Goldküste und in Zug. Er muss drei Jahre absitzen.

Der untersetzte 42-Jährige, der gestern vors Bezirksgericht Winterthur geführt wurde, macht nicht den sportlichsten Eindruck. Das täuscht: Wenn er durchs Küchenfenster oder den Wintergarten nicht in ein Haus eindringen konnte, kletterte er auch einmal die Fassade hoch. In einem Fall stieg er durch den Schacht der Wärmepumpe in den Keller ein. Insgesamt 14 Einbrüche konnten dem serbischen Staatsbürger nachgewiesen werden, begangen zwischen November 2011 und November 2013. Der gelernte Automechaniker hatte sich in dieser Zeit illegal im Land aufgehalten. Im Frühling 2011 war er, nachdem ihn das Bezirksgericht Bülach wegen Einbruchsdelikten verurteilt hatte, ausgeschafft worden. In Seuzach, wo seine jüngste Einbruchsserie begann, machte er seine fetteste Beute. Im Haus eines Unternehmers erbeutete er Uhren und Luxushandtaschen im Wert von über 100 000 Franken. Mit Schraubzwingen, einer Spriesswinde und Hantelstangen brach er zwei Tresore auf. Das Diebesgut brachte er mit dem Auto über die grüne Grenze nach Italien, wo er es verkaufte. Nach zwei Einbrüchen in Seuzach verlegte er seine Tätigkeit in die Zürichseegemeinden und in den Kanton Zug, bis er schliesslich gefasst wurde. Bei seiner Verhaftung trug er ein Funkgerät auf sich. Nach eigenen Angaben war er aber immer ohne Komplizen unterwegs gewesen. «Die Person, die mir das Gerät verkauft hat, hat behauptet, ich könne damit den Polizeifunk hören», erklärte er. Weil das Gros der Taten durch DNA-Spuren belegt war, machte sich der Täter nicht die Mühe, die Anklage anzufechten. Das Gericht verurteilte ihn antragsgemäss zu zweieinhalb Jahren Haft plus Schadenersatz. Eine bedingte Vorstrafe von sechs Monaten muss er nun ebenfalls absitzen. «Nie an die Opfer gedacht» Der Richter betonte die Professionalität und Hartnäckigkeit des Täters, der sicherlich kein Gelegenheitsdieb sei. «Bedenklich stimmt, dass Sie sich offenbar nie Gedanken dar­über gemacht haben, welche Folgen Ihre Taten für die Opfer haben, die sich in ihrem Zuhause nicht mehr sicher fühlen können.» Der Verurteilte, der sich in der Haft in Pöschwies im Hausdienst engagiert, gelobte Besserung: Er wolle in Serbien eine Garage aufmachen und nie mehr in die Schweiz kommen.

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