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Dreissig Jahre Gurtenfestival

Bern. «Recht rockig» soll es werden am kommenden Wochenende auf dem Gurten. Die Festivalleitung setzt auf einen guten Mix aus internationalen Stars und Schweizer Musik.

Metallischer Rock der dänischen Volbeat, jazzige Arrangements von Sophie Hunger, Hip-Hop der deutschen Fantastischen Vier und funkiger Reggae der Black Seeds aus Neuseeland: Das Berner Gurtenfestival bietet einmal mehr Stilrichtungen und Bands aus allen Himmelsrichtungen.

Der Berner Musikexperte Serge Berthoud hält zwar das Programm des 30. Gurtenfestivals, das am 18. Juli beginnt, eines Jubiläums «nicht wirklich» würdig. Ihm fehlen «zeitgemässe Headliner» wie Biffy Clyro, Sigur Ros und Interpol. Die Fantastischen Vier und die Toten Hosen habe man schon genug gesehen. Auf die Frage, welche drei Auftritte man nicht verpassen dürfe, nennt der Geschäftsführer des Berner Plattenladens und -labels Chop Records aber gleich acht Acts. So schlecht kann das Programm also nicht sein. Besonders gespannt ist Berthoud auf den Black Rebel Motorcycle Club aus San Francisco, die belgischen Triggerfinger und die britischen Elektronikkünstler Kosheen. Auch vom Solothurner Rapper Manillio erwartet er einiges, ebenso von Animen aus Genf und Johnossi aus Schweden. Einig ist er sich mit Festival-Mediensprecher Michael Günter, dass neben Volbeat auch eine kleine Frau aus Frankreich dem Festival ein Highlight bescheren könnte: die quirlige ZAZ. «Eine Wucht auf der Bühne», so Günter. Zur Kritik von Berthoud sagt er: «Gerne hätten wir eine Band wie Biffy Clyro auf dem Gurten begrüsst, haben dafür auch lange gekämpft und offeriert, aber schlussendlich hat es datumsmässig einfach leider nicht geklappt.»

Grosses Zuschauerinteresse

Das Gurtenfestival ist vom Zuschauerinteresse her derzeit so gut unterwegs wie im vergangenen Jahr, als mit 76 000 Besuchern ein Rekord registriert wurde. Noch sind Tickets für den Donnerstagabend erhältlich und ein paar wenige auch für den Sonntag. Ob das Festival für die Organisatoren zu einem kommerziellen Erfolg wird, hängt aber auch vom Wetter ab.

Apropos Sonntag: Dieser hält auf der Hauptbühne ein recht spezielles Programm bereit. Zuerst tritt die Walliser Popsängerin Stefanie Heinzmann auf, dann folgen ZAZ, die Britin Emeli Sandé und schliesslich Die Fantastischen Vier, und zwar unplugged.

Das heisst im Fall der deutschen Formation, dass sie mit einem 24-köpfigen Streichorchester auftritt. «Das hat man in dieser Form auf dem Gurten noch nicht gesehen», sagt Günter. Es soll der krönende Abschluss des 30. Gurtenfestivals sein, möglichst bei untergehender Sonne und nicht im Schlamm.

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