Zum Hauptinhalt springen

DTM-Feeling für den Alltag

Es ist fast wie bei der Familie Federer. Die M-Familie hat Zuwachs bekommen und es sind Zwillinge. Der viertürige M3 und das zweitürige M4-Coupé gleichen sich ausser im Aussehen wie ein Ei dem anderen. Und sie können alles besser als der bisherige M3.

Fredie Mercury hat es in der unvergessenen Queen-Ballade von 1991 auf den Punkt gebracht: The Show must go on! Das trifft auch auf den BMW M3 zu. Immer besser, immer stärker, immer effizienter. Auch wenn der Alte noch immer an der Spitze seines Segments war. Wie heisst es so schön: Das Bessere ist des Guten Feind. Das kann auch Entwicklungsingenieur Albert Biermann bestätigen: «Wir wollten bei der fünften Generation seit 1985 nochmals kräftig an allen Schrauben drehen und haben uns deutlich höhere Ziele gesetzt. Die Botschaft ist ganz einfach. Wir wollen unseren Motorsport in den Alltag transportieren und wollen trotz voller Alltagstauglichkeit auch im Clubsportbereich bestehen. Das ist uns gelungen.» Dem können wir nach ausgedehnten Testfahrten im Hinterland der Algarve sowie schnellen Runden auf dem anspruchsvollen Circuit von Portimão nur beipflichten. Der neue, zum Vorgänger rund 80 Kilo abgespeckte M3 und die zweitürige Coupéversion M4 wurden in jeder Beziehung nochmals schneller, dabei alltagstauglicher und auch wesentlich einfacher, schnell zu bewegen.Für Puristen, die dem hochdrehenden V8-Sauger des Vorgängers mit 420 PS nachtrauern, kann ich Entwarnung geben: Dem neuen Aggregat fehlt es an nichts. Im Gegenteil. Zum Plus an Leistung – jetzt 431 PS – kommt ein noch bulligeres, 40 Prozent höheres Drehmoment, das dank ausgeklügelter Biturbotechnologie über einen markant breiteren Drehzahlbereich (550 Newtonmeter von 1850 bis 5500 Touren) zur Verfügung steht.Damit stürmen die mit Hinterradantrieb und – dank einem aktiven M-Differenzial – mit einer hervorragenden Traktion gesegneten M3 und M4 im Idealfall in 4,1 Sekunden auf Tempo 100, die Spitze wird bei 250 Stundenkilometern abgeregelt. Dabei fühlt sich der neue Reihensechszylinder gar nicht wie ein Turbo an. Eine Ansprechverzögerung ist ihm fremd. Dazu dreht er kernig bis 7600 Touren und begeistert auch im Klang. BMW hat ordentlich Sound-Engineering betrieben, mit Klappen und allen gängigen Tricks, ohne zu übertreiben und ohne dass M3- oder M4-Besitzer ständig die Nachbarn ärgern. Im Alltag klingt er lammfromm, bei Vollgas weckt er Erinnerungen an die alte DTM. Da könnte sich auch die For­­mel 1 eine Scheibe abschneiden. Auch das Handling und die Balance profitieren vom etwas leichteren Sechszylinder. Dar­über dürfte sich auch Schweizer Bergmeister Alwin Mächler freuen, der in der bevorstehenden Bergrennsaison einen zur Serie kaum veränderten M4 pilotieren wird. BMW-Ingenieur Biermann schwärmt: «Die Verwindungssteifheit der Karosserie ist das entscheidende Element. Hier haben wir nochmals massiv angesetzt und den Wert um 20 Prozent verbessert.» Auch beim Fahrwerk sowie gemeinsam mit Michelin bei den Reifen hat BMW einen Effort geleistet. Das Ergebnis ist ein unglaublich gut ausbalanciertes, ultraschnelles und doch erstaunlich leicht beherrschbares Handling, das der Fahrer je nach Tagesform und Strecke beeinflussen kann. Einstellbar sind die adaptiven Dämpfer, das Ansprechverhalten und der Sound des Motors, die neue elektromechanische Servolenkung mit drei Kennlinien, die Schaltgeschwindigkeit des Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebes und das dreistufige Stabilitätsprogramm. Im Modus Comfort befindet man sich tatsächlich in einer total alltagstauglichen Komfortzone mit angenehmem Abroll- und Federungskomfort. Entschliesst man sich zum Modus Sport plus, hält man ein fantastisches Spielzeug mit knackiger Präzision und minimaler Seitenneigung. Zum überzeugenden Technikpaket kommen beim M3 und bei seinem dreitürigen Zwillingsbruder M4 eine entsprechende Optik mit allen charakteristischen M-Elementen von der ultrabreit wirkenden Frontpartie mit grossen Lufteinlässen über die satten 18- oder 19-Zoll-Schmiederäder, die seitlichen M-Kiemen, die auch im Unterbodenbereich optimierte Aerodynamik, das exklusive Carbondach, das den Schwerpunkt senkt, bis zu den unverzichtbaren vier Endrohren der Auspuffanlage. Die Preise beginnen bei 96?400 Franken für den M3 mit manuellem Sechsganggetriebe, der M4 ist ab 97?400 Franken zu haben. Das verlockende Doppelkupplungsgetriebe mit Automatikfunktion und Wippenschaltung kostet 5380 Franken extra. Dann gibt es noch den verführerischen Optionenkatalog, aus dem man locker Ausstattungselemente im Gegenwert eines Kompaktwagens aussuchen kann. Die Schweizer Markteinführung ist am 21. Juni.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch