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Durchhalteparolen der Gegner

mâcon. In den Alpen oder Pyrenäen könnte Tour-Leader Bradley Wiggins eine Schwäche erkennen lassen. Das hoffen zumindest die Gegner.

Heute Mittwoch wird die Tour de France in Richtung Alpen fortgesetzt. Das Team Sky wird in einer Prozession das Feld anführen, um seinen Leader Bradley Wiggins zu beschützen. Wenn ein ganzes Team so stark fährt wie sein Leader, wird zwangsläufig die Frage nach Doping gestellt. Wiggins verliess erzürnt eine Pressekonferenz, als er auf dieses Thema angesprochen wurde. Er musste sich vor fünf Jahren einer Befragung durch die französische Polizei stellen, nachdem sein Teamkollege Cristian Moreni positiv auf Testosteron getestet worden war und das Team Cofidis die Tour de France verlassen musste. Er werde nie mehr in die Rundfahrt zurückkehren, erklärte Wiggins damals. Der Brite liess sich umstimmen.

Von Tag zu Tag die Dinge nehmen, wie sie kommen, hatte Wiggins nach seinem Triumph im Zeitfahren in Besançon angekündigt. Er ist in einer komfortablen Ausgangssi­tua­tion. Im Prinzip kann er nur durch schlechtes, kaltes Wetter gestoppt werden. Dann ist sein ausgemergelter Körper besonders anfällig. Wiggins’ Gewicht wurde, als er bei HTC-Columbia (2008) unter Vertrag stand, mit 76 kg angegeben. Jetzt ist er – mit 1,89 m Grösse – bei 69 kg angelangt. Der Körperfettanteil des Briten soll bei vier Prozent liegen. Mit einem Body-Mass-Index von 19,3 wäre er knapp tauglich fürs Skispringen.

Im Weiteren spielt der Gesamterste in den Abfahrten nicht ganz in der gleichen Liga wie Cadel Evans (Zweiter mit 1:53 Rückstand) und vor allem der viertplatzierte Vincenzo Nibali. Aber selbst in den langen Abfahrten von den Pässen lassen sich keine Minutenrückstände aufholen. Für Evans bestehen kaum Aussichten, dass er Wiggins aus eigener Kraft schlagen kann.

Die Gegner des Leaders verkünden Durchhalteparolen: «Noch liegen zwei Wochen vor uns. Aber, ehrlich gesagt, wir hatten solche Zeitabstände nicht erwartet», sagt Evans’ Teamchef John Lelangue. «Paris ist noch nicht in Sicht. Wir werden im Kampf um den Gesamtsieg mitmischen», tönt es aus Nibalis Lager. Und Jürgen van den Broeck sagt: «Wir haben noch keine richtigen Berge gesehen. Jedermann kann an einem schlechten Tag in einer langen Steigung eine Schlappe einfangen.» Sein Problem besteht darin, dass er bereits 5:20 Minuten hinter Wiggins liegt.

Martins Abgang

Gestern, am ersten Ruhetag, trat Zeitfahren-Weltmeister Tony Martin wegen seines Kahnbeinbruches die Heimreise an: «Ich muss an meine Genesung denken. Bis zu den Olympischen Spielen bleiben mir drei Wochen Zeit.» Fabian Cancellara harrt noch etwas länger aus. Allgemein wird erwartet, dass der Berner der Tour in der dritten Woche den Rücken kehrt, um bei der Geburt des zweiten Kindes dabei zu sein. (si)

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