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DVD Tipps

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Verwüstete Seelen

Im australischen Outback einer nahen Zukunft ohne Hoffnung stehlen Räuber einem Mann (Guy Pearce) das Auto. Er verfolgt sie furcht- und gnadenlos und liest zu ihrem Unglück ein verwundetes Bandenmitglied (Roger Pattinson) auf. David Michôd wurde mit «Animal Kingdom – Königreich des Verbrechens» bekannt, worin er Menschen porträtierte, denen scheinbar jegliches Unrechtsbewusstsein fehlt. In «The Rover» taucht er noch tiefer in die Abgründe verwüsteter Seelen ein. Trotz vieler Andeutungen versteht man erst nach der allerletzten Szene, was den streitbaren Vagabunden antreibt. Michôd entschuldigt dessen Verhalten nicht. Doch der vermeintliche Amoklauf erweist sich schliesslich als verzweifelter Versuch, einen Rest menschlicher Würde zu wahren. Denn den Protagonisten, so heisst es einmal, habe nichts mehr getroffen als die Gleichgültigkeit der Justiz, nachdem er seine Frau totschlug. Als sein jüngeres Alter Ego entpuppt sich der Verletzte. Geistig leicht behindert und von Bruder und Kumpanen zurückgelassen, sucht er im Älteren einen Vaterersatz. Wie viele Opfer es braucht, damit die zwei seelisch reifen, schildert Michôd un­sentimental, zärtlich und mit wildem Humor. tdv

Emotionale Einöde

Obwohl seit Jahren kein Regen fällt, verlässt der Farmer Ernest (Michael Shannon) sein Land nicht und bringt die Familie mit dem Verkauf von Schnaps durch. Das funktioniert, bis Flem, der Geliebte seiner Tochter Mary, ihm einen mechanischen Esel stiehlt. Auch in «Young Ones» von ­Jake Paltrow (Gwyneths Bruder) spiegelt die Dürre die Seelenlage der Figuren. Ernest lebt mit dem schlechten Gewissen, Mitschuld am Unfall seiner Frau zu haben, die jetzt im Spital ist. Die fast erwachsene Tochter leidet unter der örtlichen Isolation und sehnt sich nach Liebe, während der Sohn Jérôme sich in eine eigene Welt zurückzieht und zeichnet, wenn er dem Vater nicht bei der Arbeit hilft. Als Träumer ist er froh, wenn andere das Sagen haben. Flem dagegen rebelliert – und tritt dann doch in die Fussstapfen der ­Väter. Insofern ist Jérôme eine Hoffnungsfigur: Der Wille zum Erfolg geht ihm ab, weswegen er andere nicht instrumentalisiert. Doch Paltrow, der auch das Drehbuch schrieb, unterzieht den jungen Mann einer schweren Prüfung. Dank des elektronischen Gedächtnisses des metallenen Esels gehen Jérôme die Augen über sein Alter Ego Flem auf. Es ist schwer, erwachsen ­ zu werden. tdv

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