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Infantile Lust an der Unmoral

Ein Börsenmakler (Leonardo DiCaprio) wird mit aggressiven Methoden rasch reich. Gier und Ausschweifung bringen ihn zu Fall. «The Wolf of Wall Street» folgt der Autobiografie von Jordan Belfort, der 1998 verhaftet wurde. Er hatte 200 Millionen Dollar Kundengelder veruntreut und Steuern hinterzogen. Für einmal übertreibt Hollywood nicht. Manche Szenen aus Martin Scorseses Film standen aber in der Kritik. Der Vorwurf: Dekadenz und Exzess würden verherrlicht. Dabei will Scorsese, wie in seinen Gangsterfilmen, dass man sich der Faszination des Unmoralischen stellt. Seine Botschaft: Die dunkle Seite des amerikanischen Traums hat die Mittelschicht erfasst. Gewachsen ist die infantile Lust, andere zum eigenen Vorteil auszutricksen. Albtraumhaft die Schlussszene, die Belforts gegenwärtige Erfolge als Motivationstrainer parodiert. Dem Rattenfänger gehen die Opfer nicht aus. tdv

Auf Kosten des Gemeinwohls

Der Wolf von Wallstreet macht Schule. Das zeigt die Arte- Dokumentation «Goldman Sachs. Eine Bank lenkt die Welt». Und die US-Investment-Bank mit 32 000 Angestellten und einem Vermögen von 700 Milliarden Euro generiert massivere Schäden. Betroffen sind grosse Unternehmen, Konzerne und Staaten. Doch auch diese Kunden gelten als naive Trottel. Immer begleichen dafür Steuerzahler die Rechnung, amerikanische wie europäische: Goldman Sachs beschönigte den Schuldenstand von Griechenland und ermöglichte so dessen Beitritt zur Eurozone – die Folgen sind bekannt. Macht übt die Bank auch dadurch aus, dass einstige Chefs und Vizes hochrangige politische Posten besetzen, etwa Mario Draghi, nun Präsident der Europäischen Zentralbank. Die Liste von Ministern, Regierungsberatern und Vorstandsmitgliedern halbstaatlicher Unternehmen erschreckt. Interessenkonflikte sind programmiert. tdv

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