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DVD Tipps

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Lust am Schaffen

und Vernichten

Als der Bauarbeiter Emmet mit dem legendären «Stein des Widerstandes» in Kontakt kommt, sind plötzlich Schergen und Gegner des bösen Lord Business hinter ihm her. In «The Lego Movie» scheinen alle computeranimierten Figuren, Fahrzeuge, Gebäude, Gerätschaften, Ausstattungs- und selbst drei der vier Naturelemente aus Lego gemacht. Das ergibt stupende Effekte, etwa wenn Explosionen, Meereswellen oder ein Duschstrahl simuliert werden. Passend entzündet sich der Plot am Konflikt, den jeder Fan des dänischen Baukastensystems kennt: Soll man ein einmal gefertigtes gelungenes Konstrukt wieder zerstören? Thema ist auch, dass aus identischen Klötzchen und Figuren individuelle Welten und Geschichten entstehen – oder eben auch nicht: Denn Emmet ist der Prototyp des Anpassers, der alle Normen übernimmt. Das erlaubt zahllose Seitenhiebe auf die heutige Gesellschaft und Arbeitswelt. Der rasant erzählte Film quillt von Ideen und Zitaten über. Manches ist witzig, doch der Overkill an oft auch schwachen oder abgegriffenen Gags ermüdet und nervt. Erst der surreal-reale Schluss lässt wieder Gefühle und interessante Gedanken zu. tdv

Das Leiden vor

dem Neubeginn

Noah (Russel Crowe) wird in einer Vision auftagen, eine Arche zu bauen, um die Unschuldigen vor dem Weltuntergang zu retten. Da dies seiner Meinung nach nur die Tiere sind, will er die neugeborenen Töchter seines Sohnes Sem töten. Darren Aronofsky («The Wrestler») zeigt in «Noah» einen Titelhelden, der an seinem Auftrag fast zerbricht und sich in einen religiösen Wahn hineinsteigert. Dies nahmen ihm US-Kreationisten übel und in islamischen Ländern wurde die Filmvorführung verboten. Liberalere Kreise gewannen dem packend erzählten, psychologisch stimmigen und visuell eindrücklichen Werk mehr ab. Denn es löst die zentralen Probleme des biblischen Stoffs nicht simpel auf: Warum mussten in der Sintflut sicher auch unzählige unschuldige Menschen (und noch mehr Tiere) sterben? Was sollte dieser alle Arten umfassende Genozid, wenn er an der Bosheit unserer Spezies nichts änderte? Aronofsky fragt zudem, wie Gott einem Auserwählten und dessen Familie das Trauma aufbürden konnte, Hilfesuchenden die Rettung zu verweigern. Und wiederholt wird die göttliche Mitschuld an Elend und Verderbtheit der Menschen thematisiert. tdv

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