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DVD-tipps

Rache ist des Teufels

Julian (Ryan Gosling) führt in Bangkok einen Boxklub, wo sein Bruder mit Drogen handelt. Als dieser eine junge Prostituierte tötet und von ihrem Vater umgebracht wird, fordert Julians skrupellose Mutter Rache. Während «Drive» gefeiert wurde, stiess Nicolas Winding Refns «Only God Forgives» auf Ablehnung und Unverständnis. Dabei beweist dieses hypnotische, ästhetisch überwältigende Werk, wie konsequent und kompromisslos der Däne seine Themen verfolgt und umsetzt. Sie kreisen um den Drang nach Gerechtigkeit, der ungeheure bis perverse Formen annehmen kann. Nur der von Visionen heimgesuchte Julian scheint davor gefeit zu sein. Dafür versagt er sich aber jede Bindung (ausser an die Mutter) und unterdrückt seine Sexualität, um sich die Hände nicht schmutzig zu machen. Eine Gegenfigur zu ihm ist ein Polizeioffizier, der dem Teufel in Lynchs «Lost Highway» gleicht und unerbittlich abrechnet. Refn verweist aber auch auf Tarkowski und fällt nicht ab! (tdv)

Only God Forgives

Nicolas Winding Refn

Tiberius Film

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Rache als Spiegelkabinett

Als Christine (Rachel McAdams) eine Marketingidee ihrer Mitarbeiterin Isabelle (Noomi Rapace) für die eigene ausgibt, löst dies einen mörderischen Kleinkrieg aus. – Aus «Love Crime», Alain Corneaus Psychoduell einer manipulativen Übermutter und ihrer ehrgeizigen Ziehtochter, wird im Remake «Passion» ein für Brian De Palma typisches Verwirrspiel um narzisstische Doppelgängerinnen. Die blonde Chefin und die schwarzhaarige Untergebene sind wie die extravertierte und introvertierte Version derselben Person und werden in zwei weiteren Frauen gespiegelt. Damit nicht genug (und ein Geschenk für Cinéphile): De Palma verweist auf die «femmes fatales» seiner früheren Werke und die anderer Regisseure wie Lynch, Hitchcock und Tornatore. In einem Bonusinterview nennt er Kreativität das eigentliche Filmthema. Demnach zeigt «Passion» die dunklen Seiten einer heute masslos überschätzten Kraft, die die Grenze zwischen Vorstellung und Wirklichkeit verwischt. (tdv)

Passion

Brian De Palma

Ascot Elite

*****

Rache und Karma

Tul ist ein unbestechlicher thailändischer Polizist. Als er einen hochrangigen Politiker überführt, lockt ihn eine Frau in die Falle. Doch es braucht einen weiteren Schicksalsschlag, bis Tul beschliesst, als Killer für Gerechtigkeit zu sorgen. – «Headshot» ist ein buddhistischer Film Noir. Im halbstündigen Making-of führt Autor und Regisseur Pen-Ek Ratanaruang unter anderem den philosophischen Subtext seines Filmes aus. Nötig wäre das nicht, weil das faszinierende, auch formal fordernde Werk für sich selbst spricht und der Prot­ago­nist seinen schmerzhaften Selbsterkenntnisprozess immer wieder reflektiert. Dennoch mag die eine oder andere Information für jene hilfreich sein, die mit den Vorstellungen von Karma und Wiedergeburt nicht vertraut sind. Auch die Erklärungen zum gesellschaftlichen Kontext interessieren. So sei Korruption in Thailand völlig normal. Ein linguistisches Indiz für diese These: Es scheint auf Thai dafür kein Wort zu geben. (tdv)

Headshot

Pen-Ek Ratanaruang

Koch-Media

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