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DVD-tipps Geist in Ketten Erstarktes Bewusstsein Seele im Sinkflug

Ein Kopfgeldjäger (Christoph Waltz) befreundet sich mit dem Sklaven Django (Jamie Foxx) und will helfen, dessen Frau zu befreien. – Zum Politikum wurde «Django Unchained» nur in den USA, wo manche Quentin Tarantinos Blick auf die Schwarzen kritisierten. In Europa stiess man sich bloss an Gewaltszenen, hielt der anspielungsreichen Italowestern-Hommage jedoch zugute, den Schrecken der Sklaverei angemessen wiederzugeben. Die inhumane Einrichtung ist aber auch ein Symbol für das mentale Gefängnis, in dem Opfer, Täter und Mitläufer stecken. Denn wieder denkt Tarantino über die Bilder im Kopf nach, die mit dar­über entscheiden, ob wir Unrecht erkennen, bekämpfen, hinnehmen oder ausnützen. Anders als in «Inglourious Basterds» reflektiert der Kultregisseur diesmal die Rolle der Lebensbedingungen und der Bildung. Das macht seine Analyse der Ausbeutungsmechanismen erschreckend aktuell. – Überraschung: Die DVD-Version ist etwas kürzer als die Kinofassung. (tdv)

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Italien, 1944: Eine afroamerikanische Kampffliegereinheit kämpft gegen das Vorurteil, den Deutschen unterlegen zu sein. Sie kommt erst zum Einsatz, als weisse Piloten bei der Aufgabe versagen, Bomber zu decken. – Schon 1988 plant George Lucas eine Trilogie über die sogenannten Tuskegee Airmen und deren Beitrag zur Integration der Schwarzen in die US-Gesellschaft. Doch das Projekt scheitert am Desinteresse der Studios. Die Produktion beginnt erst 2008, als Lucas persönlich 38 Millionen Dollar investiert. Der Film ist, was überrascht und manche verärgert hat, keine melodramatisch-kritische Geschichtslektion. Regisseur Anthony Hemingway fokussiert auf spektakuläre Luftkampfszenen und inszeniert den Rassenkonflikt bloss als zusätzliches Spannungselement. Ein derart unverkrampfter Umgang mit der Vergangenheit kann auch als Hinweis für das erstarkte Selbstbewusstsein der afroamerikanischen Bevölkerung gelten. – Höchst sehenswert: das Making-of. (tdv)

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Ein Passagierflugzeug stürzt ab, doch der Pilot verhindert mit einem waghalsigen Manöver die Katastrophe. Nur sechs der über 100 Insassen sterben. Der Held gerät aber rasch ins Visier der Untersuchungsbehörden, weil er während des Flugs im Vollrausch war. – Der Erfolg der schwarzen Bürgerrechtsbewegung lässt sich an «Flight» ermessen, einem sehr amerikanischen Film um Schuld und Sühne. Denn obwohl kein Weisser die Hauptrolle spielt, ist die Hautfarbe nie Thema. Der dramatische Einstieg nimmt vorweg, was anschliessend quälend langsam vorgeführt wird: die wundersame Rettung einer gefallenen Seele. Da Denzel Washington den Gott spottenden Alkoholiker mimt, stellt sich einzig die Frage, ob das Drehbuch dem Sünder die weltliche Strafe nach der Bekehrung erlässt. Das Ende, so viel sei verraten, überrascht und enttäuscht zugleich. – Wenn man weiss, dass der Film «bloss» 31 Millionen Dollar gekostet hat, schaut man das Making-of mit anderen Augen an. (tdv)

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