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DVD-tipps Opfer der Perfektion Im Körper gefangen Blind vor Ehrgeiz

Ein Stuntfahrer mit losen Kontakten zur Unterwelt verliebt sich in seine Nachbarin. Als ihr Mann zu einem Raub gezwungen wird, fährt er das Fluchtauto, um sie und ihr Kind zu schützen. Doch die Hintermänner treiben ein doppeltes Spiel. – Der wortkarg-einsame Held dieses melancholischen, visuell überwältigenden Thrillers erinnert an Figuren, die einst Clint Eastwood und Steve McQueen verkörperten. Nur wirkten diese weniger jungenhaft und autistisch als der von Ryan Gosling gespielte geniale Fahrer. Ein Opfer seiner Perfektion, driftet er in die Illegalität, um sich noch gefordert zu fühlen. Erst die Liebe eröffnet ihm unbekannte Dimensionen der Welt und seines Selbst, nämlich den Willen, zu töten, und die Bereitschaft, zu sterben, wodurch er über sich hinauswächst. Nicolas Winding Refn verknüpft zentrale Motive aus «Fear X», «Bronson» und «Valhalla Rising» und sieht neu unter genau austarierten Umständen den Sinn von Leidenschaft und Hass. (tdv)

????? Züchter Jacky spritzt seinen Rindern Hormone und verabreicht sich selber Testosteron. Der Grund dafür liegt weit zurück und wird ihm in Erinnerung gerufen, als er mit einem berüchtigten Hormonhändler zusammenkommt . – «Bullhead», das für den Oscar nominierte, schwarzhumorige Regiedebüt des Belgiers Michaël R. Roskam, weckt tiefe Ängste und starkes Mitgefühl für die auf den ersten Blick unsympathische Titelfigur. Denn sobald man weiss, wie sie zum Monster wurde, sieht man nur noch die leidende Kinderseele im ungeschlachten, kerkerhaften Körper. Zu Recht vergleicht Roskam im Booklet-Interview den Zuschauer seines Films mit einer Mutter, die ihren Sohn versteht und liebt, egal wie böse er sich verhält. Auch die Assoziation mit Shakespeares Tragödien überzeugt: Ist ein unschuldiges Kind Opfer widriger Umstände und elterlicher Schuld, erwacht der Glaube ans Schicksal und hofft man auf Erlösung – und sei es in irgendeiner Art von Jenseits. (tdv)

????? Eine Eliteeinheit der New Yorker Polizei bekämpft mit oft illegalen Mitteln das organisierte Verbrechen und setzt unter anderem auf einen verräterischen Spitzel. – «Die Seven-Ups» aus dem Jahr 1973 löst einige Déjà-vus aus: Eine zehnminütige Autoverfolgungsjagd gleicht frappant jener aus «Bullitt» und die polizeiliche Beschattungsarbeit wird semi-dokumentarisch inszeniert wie in «The French Connection». Diesem Film entstammen auch die Hauptdarsteller Roy Scheider und Tony Lo Bianco. Die Parallelen rühren daher, dass Philip D’Antoni Produzent jener zwei Actionfilmklassiker war und den Drang hatte, einmal Regie zu führen. Doch trotz mehrheitlich erstklassiger Mitwirkender vor und hinter der Kamera ist nur ein B-Movie entstanden. D’Antoni hat keine Ahnung, wie er die Geschichte originell erzählen und die Figuren zum Leben erwecken kann. Fast laienhaft markieren die führungslosen Schauspieler harte Kerle, was meist unfreiwillig komisch wirkt. (tdv)

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