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Ebola-Station eingerichtet

Das Unispital Zürich ist bereit, bei Bedarf einen Patienten mit Verdacht auf Ebola aufzunehmen. Der dafür eingerichtete Isolationsbereich erfüllt höchste Sicherheitsstandards.

Das Universitätsspital Zürich (USZ) hat eine neue Isolationseinheit eingerichtet, um für Ebola-Patienten gerüstet zu sein. Die neue Station wurde zusätzlich zum bereits vorhandenen Isolationsbereich für die Behandlung von Patienten mit hochansteckenden Krankheiten geschaffen. «Die Abteilung ist vom übrigen Gebäude baulich abgetrennt und speziell gesichert», so USZ-Sprecherin Martina Pletscher auf Anfrage. Der Zugang sei nur mit einem speziellen Badge möglich. So soll verhindert werden, dass Unbefugte versehentlich auf die Ebola-Station gelangen. Spezialbehälter für Abfälle Die Abläufe seien zudem so gestaltet, dass auch Material nur dekontaminiert und damit gefahrlos die Station verlasse: Abfall werde in extradichten, mehrschichtigen Abfallkübeln entsorgt. Das WC ist im Patientenzimmer. Es handelt sich um ein sterilisierendes Trocken-WC, damit keine Viren ins Abwasser gelangen können. Für das Personal hat das USZ laut Pletscher seine Vorräte an Schutzanzügen aufgestockt; dazu gehören auch virendichte Schutzmasken. Die Schutzanzüge würden nur einmal verwendet und dann ebenfalls im gesicherten Abfallbehälter entsorgt. Auch die Ärzte und das Pflegepersonal, die auf der Station zum Einsatz kämen, verfügen laut Pletscher über die nötigen Kenntnisse zum Umgang mit Ebola-Verdachtsfällen und -Patienten. Bislang habe es aber am USZ weder Ebola-Verdachtsfälle noch -Patienten gegeben. Anders am Universitätsspital Genf: Dort ist seit letztem Donnerstag ein Ebola-Patient in Behandlung. Es handelt sich um einen kubanischen Arzt, der sich bei einem Hilfseinsatz in Sierra Leone infizierte. Gemäss Bundesamt für Gesundheit ist mit weiteren Einzelfällen dieser Art zu rechnen. Dar­auf hat sich das USZ nun eingestellt: «Das Universitätsspital Zürich ist bereit, einen Patienten mit Verdacht auf Ebola in der Isolierstation aufzunehmen, abzuklären und zu behandeln», so Pletscher. Die Infektiologie des USZ ist im Kanton Zürich «erste und umfassendste Anlaufstelle» für solche Fälle, wie Daniel Winter, Sprecher der kantonalen Gesundheitsdirektion, sagt. Der Kanton Zürich erfülle damit die Aufforderung des Bundesamts für Gesundheit an alle Kantone, solche Anlaufstellen zu schaffen. Neben dem USZ ist gemäss Winter auch das Kantonsspital Winterthur fähig, Ebola-Patienten ohne gravierende Komplikationen zu behandeln und zu betreuen. Alle anderen Spitäler im Kanton Zürich seien dar­über instruiert, was für Massnahmen bei Ebola-Verdachtsfällen zu ergreifen wären. Speziell erwähnt Winter hygienische Massnahmen und die Kontaktaufnahme mit dem USZ. Unispital Basel hat Erfahrung Erfahrung mit der Behandlung von Ebola-Patienten hatte in der Schweiz bislang nur das Universitätsspital Basel: Der Infektiologe Andreas Widmer betreute dort vor 18 Jahren eine Ebola-Patientin. «Die Pflege ist extrem aufwendig. Deshalb kann kein Schweizer Spital mehr als einen Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung betreuen», sagt Widmer. Seine Patientin verliess das Universitätsspital Basel vor 18 Jahren übrigens gesund, wie die «Basellandschaftliche Zeitung» berichtete. Auch dem letzte Woche im Universitätsspital Genf eingelieferten kubanischen Ebola-Patienten geht es laut Medienberichten bereits besser.

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