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EHCW muss als Favorit bestehen Dübendorfs Nein

In der 1. Runde der Playoff-Viertelfinals trifft der EHCW heute (20 Uhr) in der Deutweghalle auf Weinfelden – keine leichte Aufgabe.National League B

Erst einmal ist der EHC Winterthur in den Playoff-Viertelfinals der Erstliga-Ostgruppe ausgeschieden: In der Saison 2010/11 scheiterten die Winterthurer an Arosa, das ein paar Wochen später dann auch Ostgruppen-Meister wurde. Seither kannten die Winterthurer mit Aussenseitern keine Gnade mehr und setzten sich immer durch. Vor einem Jahr brauchte es gegen Chur vier Spiele, 2013 gegen Frauenfeld sogar fünf, und nur im Jahr davor, gegen den damaligen Aufsteiger Chur, gab es ein glattes 3:0.

Das zeigt, wie eng die Teams in der Ostgruppe beieinanderliegen, auch wenn die Abstände in der Tabelle grosse Unterschiede vorgaukeln. In einem Spiel, vielleicht auch in einer Serie ist für den Aussenseiter alles möglich. Das gilt für den Gegner des EHCW im Viertelfinal, den SC Weinfelden, noch ein bisschen mehr. Das Team von Rolf Schrepfer erreichte in der letzten Saison als Aufsteiger die Viertelfinals, hatte nun aber grosse Mühe, an diesen Erfolg anzuknüpfen. Zeitweise lag nur Arosa noch hinter den von Verletzungspech geplagten Thurgauern. Fünf Siege in den letzten sieben Runden der Qualifikation brachten Weinfelden aber noch auf Rang 8, eine Platzierung, die in der Masterround gehalten werden konnte. Zudem erreichten die Thurgauer mit Siegen über Seewen und ­Biasca die Sechzehntelfinals im Schweizer Cup, womit sie dem EHCW etwas voraushaben.

Im Cup hat Weinfelden gezeigt, dass es bestehen kann, wenn es darauf ankommt. Das galt auch im Endkampf um den letzten Playoff-Platz: Die direkte Begegnung in Seewen ging zwar verloren, was Weinfelden in Rücklage brachte. Doch die Reaktion dar­auf waren drei Siege zum Abschluss der Masterround, während die Innerschweizer gegen die Pikes, Wetzikon und Bülach verloren und ­damit scheiterten.

Die Januar-Form finden

In der Qualifikation gewann der EHCW gegen Weinfelden zweimal: auswärts in einem Geduldsspiel mit 3:1 und zuhause dann 7:1, wobei auch jener hohe Sieg nicht leicht fiel. Es war damals, Anfang Dezember, einer der ersten Schritte des EHCW in der Entwicklung zu einem richtigen Spitzenteam, das er dann im Januar war. Zur Form der ersten Runden im neuen Jahr müssen die Winterthurer aber erst wieder finden, nachdem sie sich etwas fahrlässig selber verrannt und die letzten drei Partien vor der Qualifikation verloren haben. Immerhin – beim 3:4 nach Verlängerung vom letzten Samstag in Chur zeigten die Winterthurer gute Ansätze zur Besserung. Es fehlte noch etwas an der letzten Konsequenz, die es braucht, um einen knappen Match am Ende für sich zu entscheiden.

Gegen Frauenfeld, Bellinzona und Chur sind dem EHCW die Felle jeweils in der Schlussphase davongeschwommen. Das kann kaum eine Frage der Kondition sein. Schon eher eine der Geduld und der Disziplin. Diese Eigenschaften werden in der Serie gegen Weinfelden besonders gefragt sein. Denn das Team von Rolf Schrepfer hat genügend Routiniers, die wissen, wie man im Playoff gegen einen Favoriten bestehen kann, allen voran der Spielertrainer selber: mit einer starken Defensive und Effizienz im Powerplay. Die Winterthurer müssen sich auf einen Gegner einstellen, der ihnen nur wenig Raum lässt und auf seine Chance auch etwas warten kann.

«Timing und Speed»

«Es geht um Timing und Speed», kündigte EHCW-Trainer Markus Studer an. «Je langsamer das Spiel ist, desto mehr ist das ein Vorteil für Weinfelden.» Wie Weinfelden spielt, dar­auf berei­tete Studer sein Team gestern nochmals mit Videosequenzen aus den vorangegangenen Spielen vor. Für sein Team heisst das: «Wir müssen gradlinig bleiben, damit wir nicht in Konter laufen, die Nerven kosten.»

So schwer die Aufgabe für sie auch sein wird: Die Winterthurer sind klarer Favorit, und sie müssen sich gegen Weinfelden durchsetzen, um ihren Ansprüchen ­gerecht zu werden. Nicht zuletzt geht es um die nächste Saison: Sollte man sich beim EHCW in den nächsten Tagen definitiv für eine Zukunft in der NLB entscheiden, dann wäre es bei der Sponsorensuche natürlich hilfreich, wenn man sich in der Playoff-Zeit so lange wie möglich präsentieren könnte.

Urs Kindhauser

Die Tore zur NLB sind so weit offen wie noch nie. Deshalb macht man sich in Winterthur sehr ernsthaft Gedanken über den Aufstieg. Der andere «Grosse» der Erstliga-Ostgruppe, der EHC Dübendorf, hat gestern offiziell abgewinkt. «Der EHC Dübendorf ist nach wie vor nicht an einem Aufstieg interessiert», hiess es in einer Mitteilung des Vereins. Das ist logisch, denn Dübendorf ist als Teil der Organisation der ZSC Lions in der 1.?Liga sehr gut positioniert. Den Platz in der NLB halten die GCK Lions. Dar­über hinaus scheut Dübendorf das finan­zielle Risiko eines Aufstiegs.

Für eine «Super 1. Liga» ab 2015/16 machen sich die Glatttaler aber stark. Da sollen die besten 12 bis 16 Erstligateams aus allen Regionen spielen – am Wochenende übergreifend, unter der Woche gegen Klubs aus der eigenen Region. uk

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