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Ehemalige zurück in den Verein holen

Der Musikverein Helvetia Mar­tha­len feiert sein 100-jähriges Bestehen. Der Mitgliederschwund bleibt weiterhin ein Thema.

Über die Jahre haben sich die Strategien, um die Zahl der Mitglieder mindestens konstant zu halten und damit den Fortbestand der «Helvetia» zu sichern, etwas gewandelt: In den Anfängen des Mar­tha­ler Musikvereins kostete der vorzeitige Austritt aus dem Verein, das heisst nach weniger als sechs Jahren, ein Bussgeld von 20 Franken. Noch teurer wurde es, wenn man als Aktiver auch nur aushilfsweise andere Musikgesellschaften musizierend un­terstützte: Wer dabei erwischt wurde, musste 100 Franken Busse zahlen. Dass dies in den Jahren nach 1912 stolze Beträge waren, zeigt sich daran, dass die damals auf 5 Franken pro Monat angesetzte Instrumentenmiete von den Musikanten als erhebliche finanzielle Belastung empfunden wurde, wie aus der Vereinsgeschichte überliefert ist. Neues probieren Inzwischen kann der Musikverein bereits das 100-Jahr-Jubiläum feiern. Laut Vereinspräsident Stefan Gfeller ist der Mitgliederschwund heute mehr denn je ein Thema: «Dieses Problem beschäftigt uns wie viele andere Vereine auch.» Statt der «Peitsche» gibt man heute aber eher «Zuckerbrot». «Wir wollen schauen, dass das Mitwirken im Verein attraktiv bleibt, indem wir immer wieder etwas Neues ausprobieren.» So habe sich etwa eine neue Form der Feierabendkonzerte bewährt: Wo man früher ein 30-minütiges Programm abspielte und das Publikum dabei herumstand, lädt heute eine Festwirtschaft zum Verweilen ein. Mehrere längere Konzertblöcke sollen dabei spontan hinzugekommenen Zuhörern besser entsprechen – und wo man näher beim Publikum ist, da wird es auch für die Mitwirkenden interessant. Schon längst hat man zudem eine weitere Neuheit eingeführt: Beim Marschieren zeigt das Korps eine einfache Choreografie, sogenannte Evolutionen. Für das Einstudieren solcher Show­elemente hatte der Verein einen jungen Experten aus dem schaffhausischen Gächlingen beigezogen. Es ergab sich, dass der heute 23-jährige Christian Salvisberg später zum neuen Dirigenten des Vereins wurde. Sitznachbar bildete aus An jungen, neu eintretenden Mitgliedern fehlt es grundsätzlich nicht: Seit rund zehn Jahren arbeitet der Musikverein mit der Musikschule Weinland Nord zusammen, wo der Nachwuchs von ausgewiesenen Musiklehrern un­terrichtet wird. Informeller lief es dagegen in den Anfängen des Vereins ab: Neulingen wurde die Basstuba in die Hand gedrückt, der Sitznachbar klärte in der Gesamtprobe über das Allernötigste auf. Später unterrichteten Vereinsmitglieder den Nachwuchs im Singsaal oder auch mal bei sich zu Hause. Gegen Ende der 60er-Jahre baute man dann die Jungbläserausbildung systematisch auf. Gemäss Präsident Gfeller klafft heute in der Altersgruppe von 18 bis 35 eine grosse Lücke: «Viele hören nach dem Beginn der Stifti auf.» Somit gebe es zahlreiche Musiker im Dorf, die aber im Verein nicht mehr dabei seien. Gfeller hofft, dass künftig einige davon für einen Neueintritt motiviert werden können. www.musikverein-marthalen.ch

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