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Ehre, wem Ehre gebührt

Der Ford Mustang feiert seinen 50. Geburtstag. Das wohl bekannteste Muscle-Car hat weltweit eine riesige Fangemeinde; auch in der Schweiz, wie das «5. Mustang & Shelby Treffen» ­eindrücklich zeigte.

Gut 700 Ford Mustang von 1964 bis 2015 und mehr als 3500 Fans versammelten sich am 30. August auf dem Flughafen Birrfeld AG, um das 50-Jahr-Jubiläum des legendären Pony-Car angemessen zu feiern. Das «5. Mustang & Shelby Treffen» ist damit zur grössten Mustang-Sause geworden, die es bislang in der Schweiz gegeben hat. Das i-Tüpfelchen war ein Blick auf die Zukunft. Seit einem halben Jahrhundert lässt der Ford Mustang besonders bei Männern den Puls nach oben schnellen und kurbelt Helden-fantasien an. Aber auch bei Frauen bewirkt das legendäre Pony-Car durchaus einen erhöhten Herzschlag. Zum 50-Jahr-Jubiläum der Ikone kommt Claudia von Burg daher nicht irgendwie nach Birrfeld, sondern vom Pin-up-Style der Sechzigerjahre inspiriert gekleidet – passend zu ihrem roten Ford Mustang aus dem Jahr 1966. «Dieses Auto finde ich einfach cool. Kann schon sein, dass es daran liegt, dass mein Vater schon immer Mustang, Impala oder Plymouth fuhr. Aber die alten Mustang der ersten Generation finde ich einfach am schönsten», sinniert sie über ihre Vor­liebe zum eigenen Pony-Car mit V6-Motor unter der Haube, das sie vor einem halben Jahr gekauft hat. Aufgewachsen mit vielen Accessoires der goldenen Tage Amerikas, wie Jukeboxen im Elternhaus, gefällt der 21-Jährigen das Flair dieser vergangenen Zeit, und so führt sie ihren Mustang auch regelmässig zu kleineren Ami-Treffen aus. «Solche Treffen gibt es einige, nicht selten bei Fast-Food-Restaurants, und die Stimmung dort ist toll. Die 3000 Veteranen-Kilometer, die ich im Jahr fahren darf, werde ich also locker schaffen», lächelt sie und freut sich bereits auf den gewaltigen Mustang-Corso, den sie am Abend mitfahren will, bevor das Autokino anfängt. Doch bis dahin gab es auf dem Festgelände von Birrfeld einiges zu sehen, gehörig Livemusik auf die Ohren und reichlich Verköstigung nach dem Vorbild nordamerikanischen Barbecues zu essen. Zu Countrymusik, Bier, Burger und Spareribs flimmerten im grossen Festzelt nachkolorierte Mustang-Werbefilme und – natürlich – heisse Szenen aus Steve McQueens «Bullit» über eine Grossbildleinwand. Draussen reihten sich derweil unter strahlendem Sonnenschein etliche Mustang von 1964 über alle Modellreihen hinweg U-förmig bis zur aktuellen Baureihe auf, gekrönt vom 2015er-Modell, das Ford Schweiz als Hauptsponsor des Events zur Schau stellte. Das Verhältnis der Ford Mustang vom Typ I und II von 1964 bis in die späten Siebzigerjahre zu denen der Modellreihen III und IV bis Anfang des neuen Jahrtausends zeigt, wie das Pony-Car einst an Coolness und damit auch seine Fans verlor. Doch die Fehlgriffe bezüglich Design und Leistung waren Programm. Ford wollte aus dem Mustang einst ein Allerweltsauto machen. Zielsicher entwickelten sie die Stil-Ikone zum emotionslosen Kleinpferd, teilweise mit Vierzylinderherz und weniger als 100 PS Leistung. Nach dem 20 Jahre andauernden Galopp ins Nirgendwo folgten 2004 die Kehrtwende wie ein Befreiungsschlag: Mit dem Mustang V gelingt den Amerikanern ein stilvolles und erfolgreiches Comeback. Sowohl die charismatische Front mit leicht düsterem Blick samt Haifischmaul als auch dessen elegant-kräftige Seitenlinie und seine prä­gnan­te Heckansicht stilisierten die Designer gekonnt in einen bulligen Retro-look. Stilsicher interpretierten sie damit die Designdetails des Ur-Mustangs modern, die ihn so ­charismatisch machten. Passend dazu wurde die Motorenpalette angepasst. Der auferstandene Hengst durfte wieder kräftig sein, wofür ausschliesslich Acht- und Sechszylindermotoren sorgen. Mit dem gelungenen Comeback hat Ford nicht nur ausgeglühte Fanherzen wieder angefeuert, sondern auch neue erobert. Als Cops der Highway Patrol verkleidet, flanieren Daniel Esslinger und Claudia Mühlberger über das Birrfelder Festgelände oder posieren auf Wunsch mit Pumpgun und Revolver vor ihrem Polizei-Mustang. «Gekauft habe ich mir den Mustang vor zwei Jahren und ja, er ist auch mein erster Mustang. Den Umbau habe ich zwei Wochen geplant und innert einer Woche umgesetzt», erzählt der 46-Jährige. Als Modell für den Umbau diente ihm ein Modellauto im Massstab 1:18. «In den USA fährt die Polizei wirklich solche Mustang. Allerdings darf man den Bullenfänger hier leider nicht montieren», erklärt er. Auch der Lichtbalken auf dem Dach ist nur für die Show aufgesetzt. Basis für seinen Highway-Patrol-Mustang ist ein schwarzer 5.0 GT mit Sportpaket und Track-Pack, was ihm neben Sportsitzen und Brembo-Bremsen auch ein anderes Differenzial beschert. «Die Leistung ist original mit 430 PS und die weissen Flächen sind foliert. Ganz am Original bin ich nicht geblieben», erklärt er den äusseren Umbau weiter. Innen ist das Showcar mit einem originalen Laptophalter samt Laptop und der Sirenensteuerung ausgestattet. Die Pump-Gun ist eine täuschend echt aussehende Softair-Kanone samt Showpatronen, der Halter für das Gewehr ein Teil des originalen Überrollbügels, genauer gesagt der Halter für den Fünfpunktgurt. Im Alltag ist Officer Dee Stang, als der er für Events und Fotoshootings auch gemietet werden kann, zwar mit einem Hyundai unterwegs, doch dürfte er auch mit seinem Mustang herumfahren. «Das habe ich vor dem Umbau geklärt. Wichtig ist, dass man eine Bestätigung vom Strassenverkehrsamt bekommt, dass keine Verwechslungsgefahr mit der Schweizer Polizei besteht.»

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