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Ein bisschen Spass muss sein

Der Citroën C1 sieht nicht nur frech aus, er ist auch ein echter Muntermacher, und mit seinem Canvasdach bietet er erst noch einen Platz an der Sonne. Dass der Dreizylinder etwas schüttelt, passt zum Temperament des Franzosen.

05:00 8-11-2014Same same, but different. Die thailändische Redensart trifft wohl am besten, was man über das Kleinwagentrio Citro?n C1, Peugeot 108 und Toyota Aygo sagen kann. Technisch sind alle drei Fahrzeuge identisch, optisch aber unterscheiden sie sich voneinander, vor allem in der Aussenansicht. W?hrend der 108 distinguiert und doch niedlich auftritt und der Aygo mit seinem stilisierten X in der Fronthaube wie ein maskierter Superheld vorf?hrt, bewegt sich der C1 irgendwo in der Mitte. Seinen Charakter gibt ihm die avantgardistische Scheinwerferkombination mit zwei schmalen vertikalen Schlitzen und grossen Rundscheinwerfern. Was einige als Braue und Auge interpretieren, sieht eigentlich mehr aus wie zugekniffene Augen und grosse B?ckchen und erinnert damit an Comicfiguren aus Fernost. Da hat sich die franko-japanische Kooperation in den Stil der Franzosen gemogelt. Wenn man sich die Mühe macht, den passenden Soundtrack zum C1 zu finden, landet man zwangsläufig bei Roberto Blanco. «Ein bisschen Spass muss sein», diese Zeile trifft den Charakter des kleinen Franzosen perfekt. Die sympathische, frische Optik mit den raffinierten Heckleuchten, den farbig abgesetzten Spiegelkappen und dem ebenso bunten Canvasdach macht Spass. Genauso wie das Herumkurven im 3,46 Meter kurzen Kleinwagen. Der enge Wendekreis ist ideal für den Stadtverkehr, das französisch weiche Fahrwerk und die bequemen vorderen Sitze mit integrierten Kopfstützen schonen den Rücken und vermitteln ungeahnten Fahrkomfort. So lässt sich eine Achtstundentour ins Engadin und zurück ganz ohne Verkrampfungen im Kreuz bewältigen. Dass der Wagen in lang gezogenen Kurven etwas Wankneigung aufbaut, ist dabei ganz egal. Der C1 verzichtet auf Sportlerambitionen. Von den zwei angebotenen Dreizylindermotoren, dem Einliter VTi 68 mit 69 PS und dem 1,2-Liter Pure Tech 82, trifft der stärkere eher des Schweizers Geschmack. Das hat auch Toyota zur Kenntnis nehmen müssen und baut das etwas kräftigere Motörchen exklusiv für die Schweiz ebenfalls in den Aygo ein. Mit 82 PS und 118 Newtonmetern ist der C1 einigermassen flott unterwegs, braucht dafür aber hohe Drehzahlen und eine sehr direkte Gasannahme. Das spiegelt sich im Verbrauch, der mit 5,4 Litern im Test rund einen Liter über der Werksangabe liegt. Dafür lässt sich selbst der Julierpass gut bezwingen und sogar der eine oder andere «Schnarcher» am Berg überholen. Laufruhig ist der Dreizylinder bei alledem nicht, er rüttelt, schüttelt und brummt schon im Stand und erst recht unter Last, und beim Wechseln der fünf Gänge geht es auch nicht durchwegs geschmeidig zu, aber das verzeiht man dem C1 mit links. Dafür sorgt auch das Interieur, das mit farbigen Zierleisten, etwas Klavierlack und je nach Ausstattung einem Lederlenkrad und Schaltknauf gefällt. Eine Bank ist auch das neue Multimediasystem, auf dem sich via App das Handy spiegeln und so günstig Navi-Anwendungen ins Auto bringen lassen. Schöne Grafik, einfache Bedienung, Offenheit für allerlei Anwendungen – so sieht die Zukunft der Kleinwagenelektronik aus. Natürlich ist auch der Preisdruck in dieser Fahrzeugklasse zu spüren. Im Fond gibt es beim C1 Ausstellfenster, die per Hand bedient werden. Der Kofferraum­boden ist eine mit Schaumstoff unterfütterte Teppicheinlage. Und wenn man die Rückbank im Verhältnis 50 zu 50 umklappt, ist da eine grosse Schwelle. Überhaupt ist der C1 mit 196 bis 780 Litern kein Lademeister. Aber das sind doch in dieser Klasse alles Selbstverständlichkeiten. Dass man hingegen in die fünftürige Variante recht gut einsteigen und hinten, wenn auch mit wenig Kopffreiheit, vernünftig sitzen kann, ist eine Errungenschaft. Der C1 ist im Kleinwagentrio der günstigste. Vom werbewirksamen Einstiegspreis von 10?450 Franken für den Dreitürer soll man sich aber nicht täuschen lassen, dafür gibt es noch nicht einmal eine Servolenkung. Je nach Zählweise bietet Citro?n fünf oder sechs Ausstattungsvarianten, mit denen sich der C1 abhängig vom Budget ausstaffieren lässt. Die zwei zusätzlichen Türen kosten 600 Franken. Ein paar Franken muss man auch für Gestalterisches einplanen, Lackierungen und Farben kosten extra. Gut schweizerisch konfiguriert dürfte man beim C1 irgendwo um die 16?000 Franken aufwärts landen. Unser Testwagen kostet unter dem Strich rund 18?000 Franken, hat dafür aber eine automatische Klimaanlage, eine Rückfahrkamera und vieles mehr zu bieten. Zum Beispiel getönte Heckscheiben, die der Freundin auf einem Parkplatz im Engadin einen ungestörten Tenüwechsel erlauben. Und dann glänzt der Testwagen in der Airscape-Version mit dem bunten Canvasdach, das zwar kein lupenreines Cabriofeeling bietet, aber doch den Weg zum Himmel frei macht. Wie heisst es bei Roberto Blanco so treffend: «Ein bisschen Spass muss sein, dann ist die Welt voll Sonnenschein.»

Citroën C1 Pure Tech 82 Shine Airscape + Hoher Spassfaktor + Günstiges Sonnendach + Preis-Leistungs-Verhältnis – Unruhiger Dreizylinder – Kein Stopp-Start-System – Schwelle im Gepäckabteil

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