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Ein bisschen wie die Menschen von früher

Die Vorbereitungen für das Dorffest in Truttikon vom Samstag laufen auf Hochtouren. Unter anderem wird dabei altes Handwerk vorgestellt. Zum Beispiel von Tabea Mettler.

Hufeisen werfen, Murmeln schnipsen oder Sackhüpfen: Das Truttiker Dorffest hat nicht nur alte Spiele zu bieten, bei denen jeder mitmachen kann. Dieses Jahr kann man auch den Menschen zuschauen, die ein altes Handwerk pflegen: Schmieden, Drechseln, Bürdeli binden, Töpfern, Holz bearbeiten, Brot im Holzofen backen, Imkern, Uhren machen oder Spinnen. Letzteres ist das Metier von Tabea Mettler. Die 45-Jährige kam eher zufällig zu ihrer Tätigkeit. «Mein Bruder kaufte damals Lamas und mir gefiel die Wolle so gut», sagt sie. Sie habe es schade gefunden, dass man sie nicht verwertet, sondern einfach weggeworfen habe, weil sie halt nicht viel wert war. «Also begann ich, die Wolle selber zu verarbeiten.» Nach einem Wochenkurs in Huttwil, wo sie lernte, die Wolle zu waschen, zu karden und zu spinnen, besuchte sie einen Webkurs. So kam das eine zum anderen. Mittlerweile ist das 15 Jahre her.

Mit Landwirtschaft verbunden

Regelmässig trifft sich die Werkstoff­laborantin mit einer Freundin zum Spinntreff. Dabei wird geplaudert und Kaffee getrunken. Dabei kann sie sich bestens erholen: «Es ist gemütlich, und doch hat man etwas gemacht.» Das Handwerk ist keineswegs ein aussterbendes Handwerk. Fünfmal im Jahr besucht Tabea Mettler das Spinntreffen in Huttwil. Unter den Spinnfreunden seien auch Frauen zwischen 25 und 35 Jahren und auch eine 18-Jährige, erzählt sie.

Die Dorferin kann sich nicht nur für das Spinnen begeistern. «Ich habe drei Hunde, eine Katze, zurzeit 29 Hasen, die ich züchte, schlachte oder verkaufe, ein paar Schafe und einen Garten», erzählt sie. Sie sei tief mit der Landwirtschaft verbunden und möge es, ein wenig wie die Menschen von früher zu leben. Dies soll jedoch nicht heissen, dass sie in der falschen Zeit lebt. «Ich habe die heutige Technik gut im Griff und geniesse ihre Annehmlichkeiten. Zwar brauche ich keinen Fernseher, aber ich benutze den Computer und das iPhone.»

Am Samstag wird Tabea Mettler –übrigens in Weinländer Werktagstracht – an ihrem Stand am Truttiker Dorffest nicht nur das Handwerk präsentieren, sondern auch ihre Werke. Aber nur zeigen. Denn es geht ihr nicht um den Verkauf. Als Nächstes möchte sie das Garn für eine Decke aus Schafwolle und für ein Jäckchen aus Lamawolle spinnen – für sich selbst.

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