Winterthur

Ein Brunnen und weitere Geschenke

Der Quartierverein Breite-Vogelsang hat am Freitagabend zum 125. Geburtstag einen Brunnen eingeweiht. Beinahe wäre es nicht dazu gekommen.

Hunderte Anwohner kamen, um der Einweihung des neuen Brunnens auf dem Unionsplatz und der Rede des Stadtpräsidenten beizuwohnen.

Hunderte Anwohner kamen, um der Einweihung des neuen Brunnens auf dem Unionsplatz und der Rede des Stadtpräsidenten beizuwohnen. Bild: Marc Leutenegger

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Es gab viel Lob und viele Geschenke am Freitagabend auf dem Unionsplatz ob dem Vogelsang. Die Vertreter des Quartiervereins priesen die Zusammenarbeit mit der Stadt, die einmal mehr gezeigt habe, wie sehr es sich lohne, sich auszutauschen, bevor man eine Sache angehe. Und die Stadt, vertreten durch den Stadtpräsidenten Michael Künzle (CVP), überbrachte ihre Gratulationen für den 125. jährigen Verein, der wichtige Freiwilligenarbeit leiste, in einer Zeit, in der sich viele ins Private zurückziehen würden.

Wohin mit dem Wasser?

Hauptattraktion des Abends, dem Auftakt zu den Feierlichkeiten an diesem Wochenende, war aber der neue Brunnen, den sich der Quartierverein sozusagen selbst zum Geschenk gemacht hat. So selbstverständlich der Brunnen jetzt vor der schönen Aussicht plätschert - um ein Haar wäre er nicht realisierbar gewesen. Die Stadt erteilte nämlich der Idee des Quartiervereins, das durchgelaufene Wasser einfach in die Kanalisation abzuleiten, eine Absage. Die Kanalisation sei fürs Abwasser da, das Frischwasser aus dem Brunnen hingegen müsse versickert werden.

Ein Geologe konstatierte sodann, dass so viel Wasser, einfach so in den Hang geleitet, die Erde ins Rutschen bringen könnte. Also studierte man an allerlei Alternativen herum, vom Rinnsal bis zur Zeitschaltuhr. Schliesslich fand sich eine andere Lösung, mit einer Sickerfläche unter der Boccia-Bahn, die bei dieser Gelegenheit erst noch einen neuen Belag erhielt.

Bezahlt hat den Brunnen zu zwei Dritteln der Quartierverein selbst. Ein Drittel der Kosten steuerte die Stadt bei. Auch den Unterhalt wird sie respektive Stadtwerk übernehmen. Und das ist keine Nebensächlichkeit, wie Künzle klar stellte. Gerade erst habe er eine Sitzung zum Thema Stadtbrunnen gehabt, erzählte den Anwesenden. «Ich sage ihnen, sie wollen gar nicht wissen, was so ein Brunnen im Unterhalt kostet.»

Kein neuer Badeplatz

Der Geschenke waren damit freilich noch nicht genug verteilt. Künzle überbrachte auch einen Check über 1000 Franken, wie ihn jeder Verein von der Stadt ab dem 100. Jubiläum zu Gute hat. Im Gegenzug erhielt Künzle die Chronik, die der Quartierverein anlässlich des Geburtstages erarbeitet hatte, sowie auch eine Tasse des Vereins, um an diesem oder an anderen Brunnen einen kühlen Schluck zu trinken.

Zu ergänzen bleibt in diesen Hitzetagen noch dies: Als Badetrog taugt der neue Brunnen auf dem Unionsplatz nicht, dafür ist er in seiner Blumentopf-Form zu schmal gestaltet. Schade. Die Aussicht aus dem Trog auf die Stadt wäre fulminant gewesen.

Erstellt: 05.07.2019, 23:54 Uhr

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