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Ein Drachenei und 623 Pfadis

Let it rain.» Das haben sich die 623 Teilnehmer der Pfadi Züri Oberland an ihrer Landsgemeinde 2012 in Bauma wohl auf die Fahne geschrieben. Am Samstagmorgen meint es Petrus nicht gut mit ihnen. Der Wind pfeift den warm eingepackten Kindern und ihren Leitern um die Ohren. Durch ein imposantes Eingangstor gelangen sie auf das Lagergelände. Am Infoposten müssen sie sich zuerst anmelden. Der Lagerplatz befindet sich auf einer Wiese. Innert weniger Stunden hat der Regen den Boden aufgeweicht: Schlamm, Nässe und kühle Temperaturen. Da bleiben die meisten lieber zu Hause in der warmen Stube. Nicht so die Pfadfinder. Ihnen vermag ein schlecht gelaunter Petrus die Stimmung nicht zu verderben. Mit Feuereifer bauen sie die lachsfarbigen Zelte auf. Da werden Heringe in den Boden gerammt und Seile befestigt. Andere hissen die Fahne ihrer Abteilung. Langsam entsteht ein Zeltdorf. Die Landsgemeinde ist ein jährlich stattfindender Anlass. Jedes Jahr wird sie von einer anderen der insgesamt neun Abteilungen der Pfadi Züri Oberland organisiert. «Während eines Jahres haben wir uns auf dieses Wochenende vorbereitet», sagt Dominik Huwiler (Chips), Kommunikationsverantwortlicher der Landsgemeinde 2012. Der Grossevent erfordert einiges an Organisation. Dies, damit sich alle wohlfühlen. «Am Wochenende soll der Spass im Vordergrund stehen», sagt Huwiler. Kurz vor dem Mittag werden die Pfadfinder für ihr Kommen belohnt. Mitten auf dem Lagerplatz führt die Pfadi Wald-Bauma ein Theaterstück auf. Die Geschichte erzählt von zwei Professoren, welche sich auf der Suche nach dem letzten Drachenei verirrt haben. Unschlüssig, wo dieses versteckt sein könnte, fordern sie die Pfadfinder zur Hilfe auf. Denn der Wächter des Drachen, das wissen die beiden Professoren, kann nur mit Goldtalern bezahlt werden. Bevor es auf den Postenlauf geht, geniessen die Kinder und ihre Leiter zunächst den mitgebrachten Lunch. Der Regen prasselt über ihnen auf das Zeltdach. Danach geht es los. Der Postenlauf rund um Bauma verspricht einige Abenteuer. «Primär geht es um den Sport und die Geschicklichkeit», sagt Huwiler. Die Pfadfinder sind in Gruppen unterwegs und üben sich im Kartenlesen, Singen und in Rollenspielen. Auf diese Weise sammeln sie so viele Goldtaler wie möglich. Hungrig kommen die Kinder abends zum Lagerplatz zurück. Aus der Militärküche in der Nähe duftet es schon. Ein Helferteam hat dort seit dem Mittag in riesigen Töpfen und Pfannen Gehacktes und Hörnli für die 623 Pfadfinder vorbereitet. Mit gefüllten Mägen kommen sie am Abend in den Genuss eines abwechslungsreichen Abendprogrammes. Die einzelnen Abteilungen haben Marktstände organisiert, an welchen die Kinder die auf dem Postenlauf gesammelten Taler zu Esswaren umtauschen können. Am Konzert der Band Rude Tins können sie das Tanzbein schwingen oder einfach nur der Musik lauschen. Die Band sorgt für eine fröhliche Stimmung unter den Pfadfindern, die sich wenig später zum Schlafen in die Zelte legen.

Am Sonntagmorgen steht erneut ein Postenlauf auf dem Programm. Bei trockener, aber kühler Witterung üben sich die Kinder und Jugendlichen im Morsen, Seilbrückenbauen und Kartenlesen. Auch die fünf- bis siebenjährigen Biber und bis elfjährigen Wölfli sind rund um Bauma anzutreffen. Am späten Nachmittag werden die Gewinner des Lagerwochenendes bekannt gegeben – Schaufeln und zahlreiche weitere Gegenstände, die Pfadfinder bei ihren Abenteuern immer gut gebrauchen können, an die Bestplatzierten verteilt.

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