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Ein Duell Unzufriedener

Der FCW muss heute in Wohlen auf mehrere Stammspieler verzichten. Der Gegner fühlt sich nach seinem ersten Saisonsieg im Aufwind.

Es empfängt der FC Wohlen, der acht Spiele brauchte, um ein erstes Mal zu gewinnen, den FC Winterthur, der als einer der nominell «Grossen» der Liga zurzeit in der zweiten Tabellenhälfte festklebt. Der Match heute im Freiamt zum Abschluss des ersten Meisterschaftsviertels ist also ein Duell Unzufriedener. In Wohlen erwarten sie, ihre Mannschaft setzte sich endlich vom Tabellenende ab; die Winterthurer dürfen sich nach den bereits vier Niederlagen und dem Cupout eigentlich keinen weiteren Misserfolg leisten. Der FC Wohlen war am Ende einer enttäuschenden letzten Saison Achter. In die neue Spielzeit ging man in der Meinung, trotz reduzierten Budgets die bessere Mannschaft zu haben. Die sollte gut genug sein, sich der oberen Tabellenhälfte anzunähern. Aber davon ist sie einstweilen weit entfernt, auch weil es immer wieder Verletzte gab und sich das Kader als in der Breite zu dünn erwies. So verletzte sich Torhüter Flamur Tahiraj nach zwei Runden. Es wurde mit Ivan Benito ein Ersatzmann geholt, der mit seinen 37 Jahren zwar sehr erfahren ist, offensichtlich aber nicht mehr in der Verfassung, einer Challenge-League-Mannschaft zu helfen. In Biel (2:6) und Wil (2:5) kassierte er halt-, oder zumindest vermeidbare Tore in Serie, gegen den FC Schaffhausen (2:3) patzte er nochmals. Erst dann nahm ihn Trainer David Sesa aus der Mannschaft. Mittlerweile steht Joël Kiassumbua, die 21-jährige Nummer 3 der U17-Weltmeister von 2009, im Tor und trainiert Tahiraj wieder mit der Mannschaft. Warten bis im Winter Die enttäuschenden Resultate, die Wohlen auf den letzten Platz abrutschen liessen, riefen natürlich die Vereinsleitung auf den Plan. So hatten sich Sesa und sein Assistent, der langjährige FCW-Captain Umberto Romano, schriftlich zu erklären, wie sie sich den Ausweg aus dem Schlamassel vorstellten. René Meier, der Wohler «Chal­lenge-League-Chef», ist in derlei Fällen die Ansprechstation. Das Ergebnis: Die beiden blieben im Amt, obwohl da und dort anderweitig spekuliert worden war. Man schaue nun mal bis zur Winterpause, wie sich die Dinge entwickelten, wurde erklärt. Verstärkungen erhielten die beiden (noch) nicht. Immerhin, am vergangenen Sonntag gabs den ersten Sieg – gegen den FC Chiasso mit seinem mit 37 Jahren physisch überforderten Alt-Weltmeister Gian­luca Zambrotta. Die Mannschaft habe in diesem Schlüsselspiel «Charakter gezeigt» und auch auf einen frühen Rückstand gut reagiert, lobt Romano. Das war etwas anderes als manches Spiel vorher, als nach einem 1:0 noch verloren wurde, teils gar klar. Drei der fünf Niederlagen bezogen die Freiämter nämlich nach einer eigenen Führung. Mit einem weiteren Sieg kämen sie dem FCW heute bis auf zwei Punkte nahe. Das wäre dann für diesen ein Alarmzeichen, ein weiterer Schritt weg von jener Gegend in der Tabelle, der sich die Winterthurer eigentlich zugehörig fühlen. Drei Absenzen Aus den letzten zwei Heimspielen – gegen Wil und Servette – holten sie nur einen Punkt, was nicht den ordentlichen bis guten Leistungen entsprach, aber längst in der Rangliste registrierter Fakt ist. Heute hat ihr Trainer Boro Kuzmanovic ungewohnt viele Personalprobleme. Zum einen fehlen ihm mit Gianluca D’Angelo und Patrick Bengondo gleich zwei absolute Stammspieler, weil sie gesperrt sind. Zum andern fällt Innenverteidiger Patrik Baumann wie schon am vergangenen Samstag aus, dazu wohl auch noch Kris Kuzmanovic, der das gestrige Training mit einer Zerrung abbrach. Also wird Nachwuchs-Innenverteidiger Nico Zuffi erneut in der Startelf zu sehen sein. In die kehrt immerhin Captain Stefan Iten zurück. Im Sturm wird Janko Pacar Bengondo ersetzen. Und es sieht ganz danach aus, als gebe der kleine Tessiner Antonio Marchesano sein Debüt in der Startelf. Seine ersten Ansätze gaben ja die Hoffnung, er könne zumindest eine wertvolle Ergänzung des Kaders sein. In Wohlen übrigens hat der FCW in den vergangenen Jahren mancherlei unterschiedlichste Erfahrungen gemacht – von mehreren Siegen wie dem 2:0 im vergangenen Frühjahr bis hin zu einem 0:6, als er unter Mathias Walther als Leader angereist war, oder einem 1:5 vor drei Jahren im Cup unter Kuzmanovic. (hjs)

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