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Ein erster Titel für den SC Bern

Leader SC Bern gewann den Cupfinal gegen die Kloten Flyers in der ausverkauften Postfinance-Arena 3:1 (1:0, 2:0, 0:1).

Ein Drittel lang waren die Klotener gut genug, auch im letzten Abschnitt waren sie auf etwa gleicher Höhe wie der SCB. Doch fünf eher weniger konzentrierte Minuten kosteten sie den möglichen Sieg im ersten Cupfinal seit 1972. Zuerst verlor Peter Mueller ein Bully gegen Martin Plüss, Bud Holloway traf mit einem Direktschuss (19.). Nach der Pause brachten die Flyers mehrmals den Puck nicht aus der eigenen Zone. Der letzte, der das vor dem 0:2 hätte bewerkstelligen können, war Victor Stancescu. Er schaffte es nicht, Martin Gerber hielt den ersten Schuss, den Abpraller konnte er nicht mehr behändigen. Und chancenlos war er 53 Sekunden später, denn Gian-Andrea Randegger lenkte den Querpass Tristan Scherweys ins eigene Tor ab. Mit dem 0:3 nach etwas mehr als 23 Minuten war so etwas wie eine Vorentscheidung gefallen.

Robin Leone mit seinem dritten Cuptreffer insgesamt (50.) verhinderte eine Niederlage ohne Torerfolg. Aber die Berner waren verdiente Sieger. Auch weil den Flyers mit Tommi Santala und Jonas Andersson zwei Spieler mit Wasserverdrängung fehlten. Peter Mueller als Center-Ersatz für Santala war zu schmalbrüstig. In diesem Bereich hatten die Berner mehr zu bieten. Und sie durften auch – im Gegensatz zu Kloten – Powerplays spielen. Für die Flyers war der Match vor allem ein Test für das wichtige Meisterschaftsspiel vom Freitag gegen Biel. Es könnte sein, dass mit Romano Lemm ein weiterer Stammspieler verletzt fehlt.

Noch ein weiter Weg

Mit dem Berner Triumph ging die Neuauflage des Schweizer Cups im Eishockey zu Ende. Bernard Giroud, der Captain des letzten Siegerteams (Genf 1972) übergab den Pokal an Martin Plüss, der seit Februar für einen Monat Captain der Berner ist. 1,5 Millionen Franken an Preisgeld wurden von Infront Ringier an Preisgeld total ausgeschüttet. Die Flyers können sich mit rund 200 000 Franken trösten. Doch diese Prämie ist nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein. Denn die unglücklichen Dispositionen auch auf diese Sasison hin werden erneut ein Loch in die Kasse Klotens reissen. Wer meint, mit drei Ausländern zur Meisterschaft starten zu können, wer denkt, eine Finalteilnahme in der Meisterschaft müsse nun vor allem mal vermarktet werden, der gerät automatisch in die Turbulenzen, in denen sich die Klotener befinden. Der Sport steht an erster Stelle, funktioniert der, kommen auch die Sponsoren. Umgekehrt ist es schwer.

Ähnliches gilt für den Cup. Ein Anfang ist gemacht. Die erste Runde mit den Duellen der National-League-Klubs gegen die Besten der 1. Liga hatte seinen Reiz, nachher ging das Interesse rapid nach unten. Auch das Endspiel war noch ein gutes Stück davon entfernt, was ein Cupfinal sein sollte. Durch auffällig viel Losglück ist es gelungen, den Match in der grössten Schweizer Arena auszutragen. Hätten die ZSC Lions Heimrecht gehabt, der Match hätte wohl nicht im Hallenstadion ausgetragen werden können. Aber sie waren die einzigen, die über kein Eis an einem Finaltermin verfügt hätten. Die andern Mannschaften hätten ihr Heimrecht nützen können.

So wie es der SC Bern übertrieben tun konnte. Die Saisonkartenbesitzer (13 000 an der Zahl) hatten die Möglichkeit, Tickets zum halben Preis zu kaufen. Zwei Drittel nützten diese Offerte. Die Klotener Fans hatten normale Preise zu entrichten.

Im Fussball, in dem der Cup auch sportlich etwas wert ist, wird das Finalstadion im Voraus bezeichnet, und dann haben die Anhänger beider Teams die Möglichkeit, Tickets zu ergattern. Das ergibt dann meistens auch eine ganz andere Stimmung als jetzt im Eishockey, als der SCB einfach ein Heimspiel austrug. Das freute die Anhänger des Siegerteams, aber das war es dann auch schon.

Dass der SCB (mit Heimrecht) in den Final vorstiess, dass Davos an einem NLB-Verein hängenblieb, das brachte gewisse Dramatik oder zumindest Zuschauer. Aber man stelle sich vor, der Final hätte Ambri-Piotta - Rapperswil-Jona Lakers geheissen. Da wäre es für alle Beteiligten sehr schwer gewesen, das Interesse der Eishockey-Schweiz zu wecken. Es war schon mit der Affiche Bern - Kloten Flyers nicht einfach. Ob der Cup nach den zwei weiteren vertraglich zugesicherten Jahren sich wieder etabliert haben wird, ist fraglich. Zumal die Begeisterung der NLA-Teams durchschnittlich war. Roland Jauch

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