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Ein fingierter Einbruch und ein versuchter Betrug

Sie waren Freundinnen und täuschten erfolgreich die Polizei. Dann zerstritten sie sich und flogen auf. Eine der Frauen muss nun zurück ins Gefängnis.

Die Beteiligten hielten lange dicht, die Inhaberin eines Geschäftes in der Altstadt, ihre Berufskollegin und die ehemalige Freundin der Inhaberin. Gemeinsam hatten sie 2011 einen Einbruch in das Geschäft vorgetäuscht, ohne dass der Betrug aufgeflogen wäre. Besitzerin hat Erinnerungslücken Anlass für den Betrug war ein Diebstahl. Irgendjemand hatte der Kollegin 2100 Franken gestohlen, die offen in einer Kiste im Geschäft gelegen hatten. Daraufhin kamen die drei Frauen überein, im Nachhinein die Hintertüre zum Lokal und die Kasse aufzubrechen und den vermeintlichen Einbruch der Polizei zu melden. Die Inhaberin sollte von ihrer Versicherung das Geld zurückfordern und es der Kollegin zukommen lassen. An den genauen Tatablauf mochte sich die Inhaberin gestern vor Gericht nicht erinnern. «Es kam irgendwie ins Laufen», sagte sie und erklärte ihre Lücken mit dem Fakt, dass sie am Tag nach dem fingierten Einbruch ins Spital musste. Schliesslich bestätigte die Inhaberin jedoch ihre Aussagen in den Protokollen, wonach von ihr die Idee stammte, diese aber von allen mitgetragen wurde. Ein Streit mit Folgen Laut der Inhaberin und der bereits verurteilten Kollegin war es danach die Freundin, die zum Schraubenzieher griff, um Türe und Kasse zu knacken. Die Freundin gestand vor Gericht aber lediglich das Aufbrechen der Türe, eine Beteiligung an der Planung und weiteren Ausführung stritt sie ab. Nach dem Legen der falschen Spuren rief die Inhaberin die Polizei, die Einbruch und Aussagen protokollierte und keine Auffälligkeiten feststellte. Der Versicherung meldete die Inhaberin den Vorfall dann jedoch nicht. Ihr Buchhalter habe sie gewarnt und davon abgeraten. Hier könnte die Geschichte zu Ende sein, doch weil sich Inhaberin und Freundin zerstritten, findet sie eine Fortsetzung. Vor dem Streit standen die zwei laut dem Verteidiger der Freundin in einem «sehr engen Verhältnis» und wohnten zusammen. Die Rede war aber auch von Spannungen zwischen den beiden und von wiederholtem Drogenmissbrauch. Die Inhaberin sagte dazu nichts. Irreführung der Polizei? Irgendwann im letzten Jahr muss die Si­tua­tion eskaliert sein. Zum Verlauf gibt es zwei Versionen. Diejenige der Inhaberin lautet wie folgt: Sie habe einen Anruf von der Polizei erhalten und sollte bestätigen, bei der Freundin Stühle und Computer im Wert von 4500 Franken abgestellt zu haben. Das tat die Inhaberin vorerst, widerrief ihre Aussage aber später. Die Version der Freundin geht so: Entgegen einem Telefonanruf der Inhaberin habe sie in ihrem Keller weder Stühle noch Computer abgestellt gefunden. Sie sei daraufhin – «dem Frieden zuliebe» – von einem Diebstahl der Ware ausgegangen und habe diesen der Versicherung und der Polizei gemeldet. Ein Vorgehen, das zu einer Anklage der Freundin wegen versuchten Betrugs führte. Während der Einvernahmen muss die Rede auch auf den vermeintlichen Einbruch gekommen sein, worauf der Staatsanwalt die Inhaberin wegen Irreführung der Polizei und – weil sie die Aussagen der Freundin zu Computer und Stühlen zunächst bestätigt hatte – wegen Begünstigung anklagte. Das Gericht folgte diesen Anträgen und verurteilte die Inhaberin zu einer bedingten Geldstrafe von 7000 Franken und einer Busse von 1600 Franken. Härter fiel das Urteil für die ehemalige Freundin aus. Das Gericht hielt ihre Aussagen für widersprüchlich und deshalb weniger glaubwürdig als diejenigen der Inhaberin. Mehrfach vorbestraft, muss die Freundin wegen versuchten Betrugs und mehrfacher Irreführung für 270 Tage ins Gefängnis – 150 davon hat sie schon abgesessen.

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