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Ein Firmenkollaps mit juristischen Folgen

K2002: Erbs zählen mit geschätzten zwei Milliarden Franken Vermögen zu den reichsten Familien im Land. Das Geld stammt aus einem Imperium von Immobilien, Auto-, Bau- und Handelsfirmen, hervorgegangen einst aus einer Autowerkstatt in Töss.

KEnde 2003: Der Kollaps erfolgt, von aussen gesehen, sehr schnell. Im Oktober tritt Sanierer Hans Ziegler an, gut zwei Monate später gibt er bekannt, dass die Firma am Ende ist. Die Schulden gehen in die Milliarden.

KDezember 2010: Die Staatsanwältin klagt Rolf Erb, nicht aber Bruder Christian, unter anderem wegen Betrugs an. Voran gingen viele Jahre der Ermittlungen und Verzögerungen.

KJanuar/Februar 2012: Vor dem Winterthurer Bezirksgericht bestreitet Erb jede Schuld. Er geht auf Konfrontationskurs, stellt Verschiebungsanträge und fordert ein neues Gutachten sowie die Absetzung der Pflichtanwälte. Als das Gericht dies ablehnt, verweigert er die Aussage. Die Staatsanwältin fordert unbeeindruckt zehn Jahre Haft.

KMärz 2012: Das Bezirksgericht befindet Erb für schuldig und verurteilt ihn zu einer achtjährigen Haftstrafe. In einem zweiten Urteil sprechen die Richter der Familie alle Vermögenswerte ab, dar­un­ter Schloss Eugensberg, auf dem Erb heute noch lebt. Beide Parteien legen Berufung ein.

KMärz 2013: Die Fortsetzung verschiebt sich wegen Schwangerschaftskomplikationen der Staatsanwältin.

KSeptember 2013:Vor dem Zürcher Obergericht tritt Erb mit einem neuen Verteidiger, Staranwalt Lorenz Erni, und einer neuen Strategie an: Er torpediert nicht mehr das Verfahren, sondern spielt mit. Die Verteidigung stellt ein eigenes, entlastendes Gutachten vor. Erb verlangt weiter einen Freispruch, die Anklage zehn Jahre Haft.

KJanuar 2014:Die Oberrichter sprechen das Urteil. Es ist wahrscheinlich, dass die Verlierer das Verdikt vor Bundesgericht anfechten werden. (gu)

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