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Ein Hauch Weltklassetennis

Am Wochenende bietet sich die Chance, im Winterthurer Römerpark Tennis vom Feinsten zu geniessen. Es geht um die Schweizer-Meister-Titel im Teamwettbewerb.

Bereits zum neunten Mal wird der Kampf um den Schweizer-Meister-Titel der höchsten nationalen Tennisliga in Winterthur ausgetragen. Der wunderschön gelegene Römerpark ist eine der wenigen Anlagen in der Schweiz, die einen solch hochkarätigen Anlass beherbergen können. Dar­um hat die Durchführung dieser Veranstaltung, bei der neben der Schweizer Elite auch Profispieler mit bekannten Namen aus anderen Ländern mitwirken, beim ältesten Winterthurer Tennisklub Tradition. Bereits von 1995 bis 1998 fand der Anlass auf der Anlage des LTC Winterthur statt. Da waren unter anderem die späteren Nummern 1 der Welt, Roger Federer und Martina Hingis, mit von der Partie. Die Meisterschaften der Nationalliga A werden im Gegensatz zu den unteren Ligen, die ihre Spiele im Mai und Juni austragen, quasi im Schnellverfahren abgewickelt. Zuerst bestreiten die je sechs Männer- und Frauenequipen innerhalb von acht Tagen eine Vorrunde mit je fünf Partien. Nach dreitägiger Pause folgt die Finalrunde mit den besten vier Teams der Vorrunde. Cologny klarer Favorit Unter den vier nach Winterthur reisenden Männerequipen ist das Team von Titelverteidiger Centre Sportif de Cologny klarer Favorit auf den 103. Meistertitel. Die Genfer blieben in der Vorrunde ungeschlagen und beendeten die Gruppenspiele mit sieben Punkten Vorsprung vor Ried Wollerau. Mit dem Uruguayer Pablo Cuevas (ATP 41), der im letzten Monat die beiden ATP-Turniere von Umag und Bastad gewonnen hat, stellt Cologny auch den besten Spieler der Liga. Im Team der Romands steht auch Paolo Lorenzi (ATP 79), der wohl in einem Monat Mitglied des italienischen Davis-Cup-Teams sein wird, wenn es in Genf gegen die Schweiz um den Einzug ins Endspiel geht. Mit Winterthurer Wurzeln Auf Punktejagd für die Genfer geht mit Roman Vögeli auch ein Spieler mit regionalen Wurzeln: Als junger Bursche mit seiner Mutter aus Tschechien gekommen, war er zu seiner Anfangszeit als Profi Mitglied des NLB-Teams des LTC Winterthur. Nachdem er bis unter die besten 400-ATP-Profis vorgestossen war, musste er seine Profikarriere nach einer langwierigen Handgelenkverletzung abbrechen. Heute ist der 29-Jährige wieder Mitglied im LTC Winterthur und gewann Ende Juni locker den Stadtmeistertitel. Im Halbfinal kommt es zum Genfer Duell; der Titelverteidiger trifft wie schon im letzten Jahr auf Genève Eaux-Vives. Die Ausgangslage für diese Partie scheint klar, in der Vorrunde resultierte für Coligny ein 8:1-Kantersieg. Offen ist die Ausgangslage in der anderen Halbfinalpartie zwischen Ried Wollerau und Grasshopper. Die erste Direktbegegnung gewannen die Stadtzürcher am letzten Sonntag 5:4. Wollerau trat zu dieser Partie aber nicht mit der stärksten Formation an. Die Schwyzer dürfen am Wochenende auch auf die Dienste des österreichischen Davis-Cup-Spielers Andreas Haider-Maurer (ATP 116) zählen. Spannung bei den Frauen Bei den Damen ist die Ausgangslage äusserst spannend. Die vier Teams, Locarno, Grasshopper, Stade-Lausanne und Mail NE, trennten nach einer ausgeglichenen Vorrunde nur gerade drei Punkte. Favoriten sind daher schwer zu nennen. Titelverteidiger Mail NE trifft im Halbfinal auf Locarno. Die Tessinerinnen hatten alle fünf Gruppenspiele gewonnen und die Vorrunde auf dem ersten Platz beendet. Dabei gelang in der Direktbegegnung gegen die Neuenburgerinnen ein 4:2-Heimsieg. Damals konnte die Equipe aber noch auf die Unterstützung von Teamleaderin Belinda Bencic zählen. Das 17-jährige Schweizer Ausnahmetalent wird jedoch an der Finalrunde fehlen, weil es bereits nach Übersee abgereist ist, um sich auf die dort anstehenden Hartplatzevents vorzubereiten. Die junge Ostschweizerin, die im WTA-Ranking bereits auf Rang 60 liegt, hatte für die Tessiner Farben alle ihre vier bestrittenen Einzel gewonnen und gemahnte damit an ihr Vorbild Martina Hingis, die im Teenageralter Ähnliches für den Tennisklub Schützenwiese vollbracht und damit massgeblichen Anteil an den zwei Schweizer-Meister-Titeln der Winterthurer Equipe in den Jahren 1992 und 1994 hatte. Hingis war bei ihrem ersten Titel zwölfjährig! Im anderen Halbfinal stehen sich wie im Vorjahr die Grasshoppers und Stade-Lausanne gegenüber. Die Lausannerinnen, welche in der Vorrunde gegen die Zürcherinnen die einzige Niederlage eingesteckt hatten, streben den ersten Titel in der höchsten Spielklasse in ihrer 94-jährigen Klubgeschichte an. Urs Mettler

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