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Ein Jahr Haft für Berlusconi

Rom. Der frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist gestern im Unipol-Prozess zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Sein Bruder Paolo Berlusconi, dem die Zeitung «Il Giornale» gehört, erhielt eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Wenn der Verurteilte – wie Berlusconi – älter als 75 Jahre ist, wird die Strafe in der Regel als Hausarrest oder durch gemeinnützige Arbeit vollzogen.

Das Berlusconi-Lager protestierte gestern gegen das «Schandurteil». Berlusconis Partei Volk der Freiheit kündigte für den 23. März eine Grossdemonstration an. Das Urteil steht in Zusammenhang mit einem Finanzskandal aus dem Jahr 2005. Damals waren Unregelmässigkeiten beim Streit um die Übernahme der Bank Antonveneta aufgetreten. Im Zuge der Ermittlungen war ein Telefongespräch zwischen dem Chef des Versicherungskonzerns Unipol und dem Linkspolitiker und Ex-Aussenminister Piero Fassino abgehört worden. Die Aufzeichnungen wurden in der Zeitung «Il Giornale» veröffentlicht. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Berlusconi seinem Bruder Paolo das Telefongespräch zur Veröffentlichung zugespielt hatte, um die beiden als Berlusconi-Gegner bekannten Gesprächspartner vor der Parlamentswahl im April 2006 in Schwierigkeiten zu bringen. (sda)

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