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Ein Junger mit Flair für unbequeme Filmfiguren ist neuer SVP-Präsident

Die Winterthurer SVP hat den 30-jährigen HSG- Absolventen Simon Büchi zum Nachfolger von Daniel Oswald gewählt. Einen Unbekannten im Politbetrieb, der schon mit 18 der Volkspartei beitrat – und einen guten Filmgeschmack hat.

«Simon wer?» werden sich manche Akteure der lokalpolitischen Bühne fragen. Der neue SVP-Präsident ist ein nahezu Unbekannter. Obschon er erster Ersatzmann seiner Partei für den Gemeinderat ist und die letzten zwei Jahre als Parteivize amtete. «Es stimmt», sagt Simon Büchi, «nach aussen war ich nicht sehr aktiv, sondern eher im Hintergrund tätig.» Politische Erfahrung habe er jedoch nicht nur im Parteivorstand gesammelt, sondern auch im Vorstand der Jungen SVP. Aus der Kanti in die SVP Mitglied der SVP wurde er schon 2002, mit 18 Jahren. Er war Mittelschüler an der Kanti Büelrain und komme aus «SVP-Stammlanden», sagt er, «aus Eschlikon – im Kanton Zürich, nicht Thurgau». Schon als Schüler habe ihn die «wertkonservative und wirtschaftsliberale Grundhaltung der SVP» überzeugt, sagt er – nur als Faszination für die Figur Blocher will er diese Überzeugung nicht verstanden wissen. Büchis Ausbildung und sein beruflicher Lebensweg lesen sich sehr zielgerichtet: Gleich nach der Mittelschule wechselte er an die Hochschule St. Gallen, wo er zuerst einen Bachelor in Betriebswirtschaft und dann einen Master in Marketing, Services and Communication erwarb. Die Lehr- und Wanderjahre führten ihn laut seiner Homepage als Senior Consultant, Business Consultant und Projektleiter für drei Unternehmen bis London, Singapur und Hongkong. Seit vier Jahren wohnt er wieder in der Heimat, in Winterthur, wo er «als selbstständiger Unternehmensberater» tätig ist. Gewollter Verjüngungsschritt War­um holt sich die SVP einen so jungen, politisch unbekannten und international orientierten Präsidenten? Daniel Oswald, der das Parteipräsidium nach acht Jahren abgibt und ins Fraktionspräsidium wechselt, sagt: «Dass Büchi ein Mann der Wirtschaft ist, war nicht entscheidend. Wir erachten den Zeitpunkt für geeignet, um einen Verjüngungsschritt zu machen.» Gemeint ist: Der SVP ist es nach langen Jahren und vielen Versuchen gelungen, einen Sitz und die bürgerliche Mehrheit im Stadtrat zu erobern. Oswald wird im Parteivorstand bleiben, Kantonsrat René Isler wird Vizepräsident, die Nationalratsmitglieder Rickli und Stahl sowie weitere erfahrene Leute stehen dem jungen Präsidenten als Vorstandsmitglieder zur Seite. Und der scheint Gefallen zu finden an starken, eher queren Figuren, wenn man der Liste seiner Lieblingsfilme Glauben schenkt. Dazu gehören «The King’s Speech», «The Big Lebowski», «Schindler’s List» sowie mehrere Filme mit Jack Nicholson und Clint Eastwood.

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