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Ein Kämpfer macht Karriere

Seit seinem Auftritt bei «Wetten, dass...?» vor knapp vier Jahren ist Samuel Koch querschnittgelähmt. Nun ist er in seiner ersten grossen TV-Rolle als Ex-Rennfahrer im Rollstuhl zu sehen.

Ein TV-Auftritt bei «Wetten, dass...?» wurde ihm zum Verhängnis: Im Dezember 2010 stürzte Samuel Koch als Wettkandidat in der ZDF-Show beim Versuch, mit Sprungstiefeln im Vorwärtssalto über ein fahrendes Auto zu hüpfen, und verletzte sich schwer. Er erlitt einen vierfachen Genickbruch und sitzt seitdem im Rollstuhl. Doch der 26-Jährige, dem sein starker Glauben Halt gibt, hat sich ins Leben zurückgekämpft: Von seinem Plan, Schauspieler zu werden, liess Koch keineswegs ab, beendete seine Schauspielausbildung und ist seit kurzem festes Ensemblemitglied des Staatstheaters Darmstadt. Er absolviert Lesungen aus seinem autobiografischen Buch überall in Deutschland, arbeitet als Sprecher im Tonstudio, tritt in Talkshows auf und veralberte sich und seine Situation erst kürzlich in einer neuen WDR- Comedyshow, wo sich der querschnittgelähmte Schauspieler selbstironisch als «Sicherheitsexperte» präsentierte.

Auf fremde Hilfe angewiesen

Jetzt schlägt der junge Mann ein neues Kapitel in seinem Berufsleben auf und ist in seiner ersten grossen TV-Rolle zu sehen: Heute feiert Koch sein Debüt als Darsteller in der ARD-Telenovela «Sturm der Liebe». Der 26-Jährige spielt den ehemaligen Rennfahrer Tim Adler, der nach einem schweren Unfall auf den Rollstuhl angewiesen ist. Dies war auch der Grund für Tims Freundin Sabrina, sich von ihm zu trennen – das Schicksal führt die beiden in der TV-Serie jedoch wieder zusammen, denn Sabrina sitzt nach einem Unfall ebenfalls im Rollstuhl, und Tim ist der Einzige, der sich in ihre Lage hineinversetzen kann. «Ich schaue mir keine Bilder von dem Unfall an», sagte Koch, der seinen Sturz bitter «meine Fehlleistung» nennt, kürzlich in einer TV-Dokumentation über sein Schicksal. «Ich muss jetzt damit leben und versuchen, während ich abwarte, dass sich irgendwas optimiert, das Beste daraus zu machen.» Samuel Koch ist fast rund um die Uhr auf fremde Hilfe angewiesen. Oft muss er wie ein kleines Kind hochgehoben und getragen werden, etwa um aus dem Auto in den Rollstuhl zu gelangen. Immer wieder spielt sich das auch bei öffentlichen Auftritten ab, und Tausende sehen zu, wenn Koch auf die Bühne getragen wird. Er empfinde solche Situationen als demütigend, sagte Samuel Koch in dem Beitrag freimütig. Er sei sich sicher, dass auch ein gewisser Voyeurismus eine Rolle spiele, wenn mal wieder so viele Menschen zu einem seiner Auftritte kommen, dass die Halle wegen Überfüllung geschlossen werden muss.

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