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Ein neuer Name, den es sich zu merken gilt

Der Werkzeugmaschinenriese DMG Mori Seiki will in Neuhegi seinen Europahauptsitz bauen und 150 Stellen schaffen. Winterthurs Leader jubeln und machen sich mit dem Japanischen vertraut.

Gestern wurde offiziell bekannt, was bereits durchgesickert war: Das deutsch-japanische Joint Venture mit dem sperrigen Namen DMG Mori Seiki kommt nach Winterthur. In Neuhegi baut das Unternehmen auf einer 20 000-Qua- dratmeter-Parzelle seinen Europahauptsitz samt Technologiezentrum. Im Erdgeschoss und in einem Hof, der von Büros umrahmt ist, werden den Kunden die Werkzeugmaschinen präsentiert, die anderswo gefertigt werden. In den Neubau an der Sulzerallee, dort, wo sie zu Brachland wird, werden bei zügigem Bauprozess schon im Herbst 2014 jene 40 Personen einziehen, die heute am provisorischen Europasitz von DMG Mori Seiki in Dübendorf tätig sind. Dazu kommen 100 bis 150 neue Jobs. «Die Leute dafür rekrutieren wir in der Schweiz», sagt der Europachef des Unternehmens, Silvio Lehmann: «Das sind Entwickler, IT- und Servicefachleute, Personal für Abwicklung, Vertrieb und vieles mehr.» Solarpark mit Gratistankstelle Lehmann verspricht zudem, auch «dem grünen Winterthur Schub geben» zu wollen. Energy Solutions, also Ener­gie­lösungen, seien ein zweiter Bereich seines Unternehmens. Hinter dem Miner­gie­-Gebäude in Neuhegi soll ein Solarpark entstehen, dessen Panels sich nach dem Sonnenstand ausrichten. Die Ener­gie­ will man an einer Tankstelle gratis an Elektromobile abgeben. Dem Stadtpräsidenten kommt «Mori Seiki» bereits so geschliffen über die Lippen, als hätte er sein halbes Leben lang schon japanisch parliert. «Ja gut, wir sind auch schon zwei Jahre am Verhandeln und Koordinieren», erklärt Michael Künzle die Vertrautheit mit dem Firmennamen. Es freue ihn sehr, dass man nun diesen Zuzug vermelden könne, und er glaube, das könne ein Impuls sein, dass weitere internationale Firmen folgen könnten. Die Einschränkungen bei der Parkplatzzahl, die das Gewerbe schon zum Killerkriterium hochstilisiert hatte, seien am Rand thematisiert, aber noch nicht quantifiziert worden. «Das wird jetzt im Rahmen der Baubewilligung geprüft», sagt Künzle. Keine Prognose will er wagen, was die Steuereinnahmen betrifft: «Wir kennen die Zahlen und das Potenzial noch nicht.» Steuerfuss nicht entscheidend Punkto Steuern ist bemerkenswert, dass DMG Mori Seiki von Dübendorf wegzieht und in Winterthur etwas mehr Steuern zahlen muss. Dübendorf hat 2012 den Steuerfuss von 111 auf 106 Prozent gesenkt, in Winterthur zahlt man 122 Prozent Gemeindesteuern. Europachef Silvio Lehmann sagt dazu: «Viel entscheidender waren die gute Verkehrsanbindung, die Nähe zur Fachhochschule und der tiefere Landpreis.» Wie hoch dieser war, wollten weder Lehmann noch Implenia sagen. Zum Schluss noch eine Notiz für die Freunde des gepflegten Städtebaus: Die Architekten des Glashauses kommen aus Bregenz, heissen Cukrowicz Nachbaur und haben sich bisher vor allem mit modernen Holzbauten in Vorarlberg sowie in der Schweiz einen Namen gemacht. Sie haben auch das neue Schwimmbadgebäude von Neuhausen am Rheinfall entworfen, über das am kommenden Sonntag abgestimmt wird.

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