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Ein nicht ganz freiwilliger Abgang

Bern. Martin Laciga, der erfolgreichste Beachvolleyballer der Schweiz, tritt vom Spitzensport zurück.

Die alte Garde der Schweizer Beachvolleyballer wird immer kleiner. Mit Martin Laciga (38) erklärte ein nationaler Pionier der Sportart nach einer 20-jährigen Karriere als Spitzensportler seinen Rücktritt. Stefan Kobel entschloss sich 2006 dazu, Paul Laciga nach der WM 2007, Markus Egger 2008, Sascha Heyer und Jefferson Bellaguarda nach der letzten Saison. «Mit Martin Laciga verlässt einer der ganz Grossen den Schweizer Beachvolleyball-Profisport», schreibt Swiss Volley in einer Mitteilung.

Primär verletzungsbedingte Einschränkungen zwangen Martin Laciga zum Rücktritt. «Der Spass am Beachvolleyball ist ungebrochen, aber körperlich haben 20 Jahre Spitzensport ihre Spuren hinterlassen», sagte er. «Die letzten Belastungstests haben mich wortwörtlich in die Knie gezwungen. Ich musste Schritt um Schritt reduzieren, das Knie zeigte Entzündungsreaktionen. Es war fast schon lächerlich, wie tief die Belastungsgrenze war.» Schon in den letzten zwei Saisons musste Laciga regelmässig Schmerzmittel einnehmen. «Es hat sich alles in diese Richtung entwickelt, ohne dass ich es bewusst wahrgenommen habe. Oder wahrnehmen wollte.».

Kaum Optionen

Ganz überraschend kommt Lacigas Abgang also nicht. Die sportlichen Optionen waren ohnehin rar. Sein letzter Partner Jonas Weingart tat sich per 2013 mit Rückkehrer Philip Gabathuler zusammen, Mats Kovatsch mit Heyers bisherigem Verteidigungsspezialisten Sébastien Chevallier. Übrig geblieben wäre als Blockspieler einzig der 36-jährige Patrick Heuscher, der nach Lacigas Rücktritt der «letzte Mohikaner» bleibt, was aber für beide Seiten keine Option gewesen wäre.

Martin und sein vier Jahre älterer Bruder Paul Laciga haben das Schweizer Beachvolleyball geprägt. Die drei EM-Titel in Folge (1998 bis 2000), WM-Silber 1999 und die fünf Turniersiege auf der World Tour – als erstes Schweizer Duo – machten das manchmal verschrobene Duo aus Aarberg landesweit bekannt.

Die drei Olympiateilnahmen werden dem Jüngeren der Laciga-Brüder nicht nur als Highlight in Erinnerung bleiben. «Einerseits waren es unvergessliche Erlebnisse. Andererseits bescherte mir Olympia grosse Enttäuschungen.» 1996, beim olympischen Debüt der Sportart in Atlanta, waren die Lacigas trotz erfüllter Kriterien noch Zuschauer. Vier Jahre später in Sydney gehörten Laciga/Laciga zu den Topfavoriten und scheiterten bereits im Viertelfinal. Auch in den folgenden Olympiaturnieren lief es nicht ganz nach Plan. «In Athen (mit Paul Laciga) und in Peking (mit Jan Schnider – d. Red.) trafen wir etwas zu früh auf die nachmaligen Olympiasieger.» Zwei fünfte Ränge, also zwei Olympiadiplome, und ein neunter Rang 2008 können sich gleichwohl sehen lassen.

Martin Laciga blickt zufrieden auf seine Karriere zurück: «Die sechs Turniersiege auf der World Tour sowie das EM-Triple von 1998 bis 2000 gehören zu meinen absoluten Karrierehöhepunkten.» Was seine Zukunft anbelangt, lässt er sich noch nicht zu tief in die Karten blicken. (si/red)

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