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Ein Pilgerweg quer durch den Kanton

Der Jakobsweg für Pilger bekommt einen neuen «Zubringer» – den «Zürcher Weg» von Schaffhausen nach Rapperswil durch landschaftlich, kulturell und historisch reizvolle Gegenden. Angesprochen ist, wer Entschleunigung sucht.

«Busse tun, um sich ein Plätzchen im Himmel zu sichern, das steht beim Pilgern heute nicht mehr im Vordergrund», sagt Hans Peter Werren, reformierter Pfarrer in der Kirchgemeinde Berg am Irchel. «Vielmehr geht es darum, für eine bestimmte Zeit etwas Abstand vom stressigen Alltag zu gewinnen, unterwegs in der Natur Elementares zu entdecken, Überraschungen oder gar Abenteuer zu erleben, unkompliziert neuen Leuten zu begegnen. Der Pilgerreise auch noch eine spirituelle Dimension zu geben, das ist jedem einzelnen selber überlassen.»

Werren, der seit 1984 immer wieder auf Pilgerwegen unterwegs ist, weiss, dass in der Schweiz alljährlich rund 200 000 Menschen pilgern: «Wobei die meisten zwischen 20 und 35 Jahre alt sind.» Zusammen mit dem Bergemer Gemeinderat Leo Schmid und Werner Berweger, Kreisleiter in der Organisation Zürcher Wanderwege, hat Werren die In­itia­ti­ve ergriffen, um quer durch den Kanton Zürich einen neuen «Zubringer» zum Jakobsweg zu schaffen. Am 20. April findet die Eröffnungsfeier statt (vgl. Kasten unten links).

Zubringer deshalb, weil der «Zürcher Weg» in Rapperswil in den «Schwabenweg» mündet, der als Hauptroute von Deutschland her über Konstanz und Einsiedeln nach Genf und weiter westwärts mit Fernziel Sant­iago de Compostela führt.

Der «Zürcher Weg», der schon in Süddeutschland beginnt (in Blumberg), kann in fünf Tagesetappen bewältigt werden: bis Schaffhausen 24,7 Kilometer, bis Rhein­au 10,5, bis Winterthur 21,4, bis Pfäffikon 22 und bis Rapperswil 23,3 Kilometer. Eine Broschüre mit detaillierter Beschreibung des Wegs kann beim Verein Jakobsweg.ch bestellt werden (Fliederweg 11, 3601 Thun). Ebenfalls sind im Internet unter www.jakobsweg.ch ausführliche Angaben zum «Zürcher Weg» zu finden.

Stempel in den Pilgerpass

Besonders markiert ist der Weg im Gelände nicht – im Gegensatz zu andern Pilgerrouten, die mit dem speziellen Logo (gelbe Muschel auf blauem Grund) signalisiert sind. «Wir stossen bei den Behörden auf Widerstand, weil nicht erwünscht ist, dass der Täfeliwald noch weiter wächst», sagt Berweger. Die Route verläuft mit Ausnahme einiger kurzer Abschnitte auf dem Netz der Zürcher Wanderwege.

Der Pilgerweg führe, so die Initiantengruppe, durch landschaftlich abwechslungsreiche Gegenden, oft biete er Aussicht bis in die Alpen. Die Pilger gelangen immer wieder an Orte von grosser kulturhistorischer Bedeutung. Erwähnt seien die Klosteranlagen in Schaffhausen und in Rheinau, die Kyburg, das römische Kastell in Pfäffikon, das Ritterhaus in Bubikon.

«Auch nach dieser Pilgerwanderung wird man sicher ein Gefühl von Begeisterung, tiefer Zufriedenheit und echtem Glück empfinden», sagt Hans Peter Werren. Die Wanderung lässt sich natürlich mittels Fotos in Erinnerung behalten – und zudem mit dem Pilgerpass. Den kann man beim Verein Jakobsweg.ch bestellen – oder man verwendet ein Tagebuch oder irgendein Stück Papier, das man an einzelnen Orten (so in der Kirche Berg am Irchel) mit einem Stempel versehen kann.

Finanziert wurde das Projekt «Zürcher Weg» durch Beiträge einzelner Gemeinden und der reformierten Landeskirche. «Wir selber arbeiten gratis», sagt Schmid.

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