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Ein Spiel zum Vergessen

gümligen. Mit einem miserablen Auftritt hat Pfadi dem BSV Bern zum 26:21 (17:10) und damit ersten Sieg in der Finalrunde verholfen.

In der Gümliger Mooshalle darf selbst ein Spitzenklub wie Pfadi verlieren. Aber nicht so und nicht zu diesem Zeitpunkt. «Wir sind völlig selber schuld», sagte Trainer Adrian Brüngger. «Wir haben in den ersten 30 Minuten den Kampf nicht aufgenommen. So muss man sich nachher nicht beschweren, wenn man verliert.» Nach 20 Minuten beim 5:11 sah sich Brüngger bereits zum zweiten Timeout genötigt … Schon die Zahl allein – 17 Gegentore in Halbzeit 1 – sagt alles über Pfadis Deckungsarbeit. Und die 10 für die geschossenen Tore beschreibt, dass offensiv nicht viel Gescheites geschah. Unsäglich waren vor allem die vielen Würfe, die Pfadi auf den Körper von Dragan Marjanac abgab. Der starke BSV-Torhüter war mit 24 Paraden der Mann des Abends. Einige Schüsse waren schwer zu halten, andere aber hätte auch jeder Zuschauer abwehren können. Es begann mit Marvin Liers zwei Fehlversuchen in Kontern und zog sich durch den ganzen Match mit der unglaublichen Abschlussschwäche von Michal Svajlen. Pfadis Rückraumschütze zielte 18-mal aufs Tor, nur in drei Fällen landete der Ball im Netz. Vom Rückraum kam gegen die grundsätzlich gute BSV-Abwehr generell sehr wenig. Marco Kurth ist noch nicht fit. Julian Krieg ging nicht den direkten Weg zum Abschluss. Die Spielmacher Heiko Grimm und Philipp Reuter waren in ihren Aktionen glücklos. Zusätzliches Pech hatte Reuter, dass er sich in der 49. Minute nach einer brachialen, wenn auch fairen Offensivaktion von Martin Prachar am Knie verletzte. Chance auf Wende verpasst Die vielen Schnitzer im Angriff hatten direkte Folgen: In der ersten Halbzeit durften die Berner elf Konter laufen, sieben nutzten sie zu Toren. Abgesehen von Markus Krauthoffs drei Treffern aus drei Würfen, kam kein Winterthurer ohne ärgerlichen Fehler durch. Auch nicht Marcel Hess, der tags zuvor noch nicht für einen Einsatz vorgesehen war, dann aber schon ab der 10. Minute auf dem Feld stand und mit neun Toren sowie seiner Präsenz zum besten Pfader wurde. «Er wollte unbedingt spielen», erklärte Brüngger. Die Verhärtungen hatten sich unverhofft schnell gelöst. Hinter der ungenügenden Abwehr hielt Martin Pramuk nur drei Bälle, ehe er in der 23. Minute durch Simon Kindle ersetzt wurde. Bis zur Pause gelang Kindle keine Parade, nachher dafür deren neun. In der zweiten Halbzeit konnte er sich auf eine spürbar bessere Abwehr verlassen. «Wenn wir in der ersten Halbzeit so verteidigt hätten und bei Kontern zurückgelaufen wären, dann würden wir sogar gewinnen», meinte Brüngger. Das Einzige, das Pfadi nicht in den Griff bekam, waren die Schlenzer von Goran Cvetkovic. Den Rückstand, den man sich in der ersten Halbzeit eingehandelt hatte, konnte Pfadi nicht mehr wettmachen. Aber, er wäre aufzuholen gewesen … Denn in ihren ersten zehn Angriffen der zweiten Hälfte erzielten die Berner nur ein Tor. Die Winterthurer waren allerdings nicht fähig, diese Chance zu packen, weil sie weiterhin schlecht schossen und an Marjanac hängen blieben. Mehr als der Anschluss zum 18:15 in der 43. Minute schaute nicht heraus. Anschliessend betrug der Abstand nie weniger als vier Tore. Ausgerechnet Cvetkovic, der zu Pfadi wechseln wird, beendete die Berner Angriffsmisere mit Schlenzer- und Penaltytoren. Sechs der nur neun BSV-Tore nach der Pause gingen auf sein Konto. Nicht mehr alles in der Hand Wie zum Finalrundenstart in Kriens zogen die Winterthurer einen unverständlich schwachen Abend ein. Ohne diese zwei Ausrutscher wären sie jetzt Leader. Gestern fielen sie vom 2. auf den 3. Platz hinter die Kadetten zurück. «An der Ausgangslage ändert es nicht viel», meinte Brüngger nach dem Taucher in Gümligen. «Wir brauchen zwei Siege über Schaffhausen und Thun.» Nur haben die Pfader, die am Samstag die Kadetten empfangen, die Sache jetzt nicht mehr ganz selbst in der Hand: Sie sind in den letzten drei Runden beispielsweise auf eine zusätzliche Niederlage Thuns (gegen die Kadetten) angewiesen, wollen sie am Schluss der Finalrunde auf Platz 1 stehen.

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